Düsseldorf: Chrom im Kies aus U-Bahn-Bau
VON PETRA SCHIFFER - zuletzt aktualisiert: 10.09.2009 - 07:09Düsseldorf (RPO). Für die einen ist es offensichtlich ein gutes Geschäft, für die anderen ein umweltpolitisches Risiko: Die Rheinischen Baustoffwerke in Nievenheim wollen Kies aus dem Düsseldorfer U-Bahn-Bau in ihrem Kieswerk an der Seenlandschaft in Nievenheim/Straberg waschen.
Gegen dieses Vorhaben formiert sich jetzt der Widerstand von Wassersportvereinen, die in der Nachbarschaft trainieren. "Wir haben größte Sorgen, dass dieses Vorhaben eine Gefahr für den Bestand dieser Naherholungsanlage ist", sagt Claus Murek, der bis März Vorsitzender des Yacht-Clubs Bayer Leverkusen war. Der Verein nutzt Teile des Sees zum Segeln.
Mit ihrer kritischen Haltung stehen die Sportler nicht allein da. Seit Monaten wird um die Genehmigung für den Transport und die Reinigung der Baustoffe aus Düsseldorf diskutiert. Die Stadt Neuss hatte das Vorhaben von Anfang an abgelehnt, weils sie eine zunehmende Verkehrsbelastung für die Anwohner durch die Kiestransporte befürchtet. Die Genehmigung erteilt allerdings nicht die Stadt, sondern der Rhein-Kreis Neuss, der dem Projekt zunächst offen gegenüber stand.
Inzwischen hat sich herausgestellt, dass ein Teil der Baustoffe aus Düsseldorf belastet ist – mit schädlichen leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen und Chrom. Deshalb wurde ein Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben, das einen Vorschlag entwickeln sollte, wie eine Gefahr für das Dormagener Grundwasser und die Seenlandschaft vermieden werden kann. Das Ergebnis: "Schon in Düsseldorf selbst wird das Material untersucht, belasteter Kies wird erst gar nicht nach Nievenheim transportiert", sagt Karsten Mankowsky, Umweltdezernent des Kreises Neuss. Alle 5000 Kubikmeter solle es vor Ort in Nievenheim erneut Stichproben-Kontrollen geben. Über diesen Vorschlag berät nun ein Ausschuss des Rhein-Kreis Neuss – und entscheidet anschließendüber die Genehmigung.
Die Kreiswerke Grevenbroich, die den Badesee betreiben, wollen das vorliegende Gutachten zunächst prüfen, bevor sie sich äußern. "Es darf keine Beeinträchtigungen der Wasserqualität geben, weder für den Badesee noch für das Grundwasser", sagt Geschäftsführer Stefan Stelten. Er vertraue jedoch darauf, dass im Falle einer Genehmigung entsprechende Auflagen des Kreises Neuss als Aufsichtsbehörde eingehalten würden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





