Hafenlichtspiele: Cineastische Kleinode ganz umsonst
zuletzt aktualisiert: 31.07.2006 - 15:55Düsseldorf (dto). David hat seinen Job auf einem Schrottplatz verloren und verliebt sich in die Prostituierte Marie. Beider Liebesgeschichte erzählt der Düsseldorfer Regisseur Philip Gröning („Die große Stille“) in seinem Film "L'Amour" zum Auftakt der Hafenlichtspiele. Vom 28. Juli bis 4. August flimmern wieder preisgekrönte Filme abseits des Mainstream über die Außenwand des Medienzentrums am Ueckerplatz. Die cineastischen Kleinode lassen sich ab 22 Uhr in Klapp- und Liegestühlen mit oder ohne kulinarisches Beiwerk genießen. Der Eintritt ist frei.
Die Themenpalette ist breit gestreut und umfasst auch “Abseitiges”. “Between the Devil & the Wide Blue Sea” von Romuald Karmakar macht am 29. Juli eine Reise ins Universum der elektronischen Musik Europas. Karmakar (“Der Totmacher”, “Manila”) zeigt eine Kultur des Underground, die sich nach und nach zu einem weltweiten Phänomen entwickelte. Im Rahmen der "Eine Welt-Nacht" erzählt die französisch-mauretanische Koproduktion „Heremakono - Warten auf das Glück“ am 30. Juli über das Leben in einer afrikanischen Kleinstadt, zeigt ihre Menschen mit Sympathie und subtilem Humor. Regisseur Sissako behandelt sein immer wiederkehrendes Thema vom Konflikt zwischen Tradition und Moderne und gewann damit in Cannes einen Preis.
Kurzfilme aus dem Baltikum flimmern am 31. Juli über die steinerne Leinwand. Am 1. August gibt es ein Wiedersehen mit Romy Schneider. "César et Rosalie" des französischen Regisseurs Claude Sautet („Die Dinge des Lebens“) erzählt von einer Frau zwischen zwei Liebhabern. Französisch geht es im Rahmen des PlatzDa! Sommerauftritts weiter. "... und jeder sucht sein Kätzchen“ ist eine Liebeserklärung an Paris und seine Bewohner. Der 2. August steht ganz im Zeichen des Dokumentarfilms. „ErdBewegung“ beschreibt das Leben und die Arbeit entlang dreier Straßen auf verschiedenen Kontinenten.
Mit einem Crash der Kulturen gehen die Hafenlichtspiele am Freitag zu Ende. Wie in Robert Altmans „Short Cuts“ führt der Oscar-prämierte Streifen „L.A. Crash“ eine Handvoll Menschen zusammen, lässt ihre Wege sich kreuzen und wieder auseinander gehen. Hauptthema scheint der herrschende Rassismus zu sein, doch dieser offenbart sich nur als Symbol für die ambivalenten Gefühle der Protagonisten.
Bei schlechtem Wetter finden die Veranstaltungen im Foyer des benachbarten Medienzentrums statt. Vor jedem Hauptfilm wird an jedem Abend ein Kurzfilm-Vorprogramm mit Werken von Filmemachern aus Düsseldorf gezeigt. Ab 21 Uhr läuft ein musikalisches Vorprogramm. Die Filmmusik-Experten Tobias van de Locht und Michael Schmitz stellen bedeutende Filmmusik-Komponisten vor.
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