OB Erwin eröffnet neue Leitstelle der Feuerwehr: „Cobra, übernehmen Sie!“
VON MAIKE SCHULTE - zuletzt aktualisiert: 02.11.2004 - 15:11Düsseldorf (dto). Neun Millionen Euro hat die neue Feuerwehrleitstelle an der Hüttenstraße gekostet. Dafür bietet sie den Brandbekämpfern einiges. Erstmals sitzen sie in einem eigenen Gebäude und profitieren von Technik und Arbeitsbedingungen auf neuestem Stand. Bis zu 800 Anrufe können die Feuerwehrleute täglich entgegennehmen, bis zu 250 Krankentransporte und Rettungseinsätze koordinieren. Möglich macht das eine neue Software. "Mit „Cobra“ sind wir vom Gebrauchtwagen auf einen Neuwagen umgestiegen", erklärte Feuerwehrdezernentin Charlotte Nieß-Mache bei der offiziellen Eröffnung der Leitstelle am Dienstag.
Auf acht Plätzen koordinieren die so genannten Disponenten künftig bis zu 100.000 Einsätze im Jahr, zwei Plätze sind in einem Nebenraum dem Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) vorbehalten, der bislang in der Posener Straße beheimatet war. Durch die direkte Nachbarschaft können jetzt auch Großeinsätze wie Rheinhochwasser oder Flughafenbrand von der neuen Leitstelle aus gemanagt werden, von den alten Räumen aus war das nur mit Einschränkungen möglich. Man habe optimale Voraussetzungen für eine effiziente und effektive Einsatzbearbeitung geschaffen, betonte OB Erwin bei der Eröffnung. Insgesamt 45 Mitarbeiter sollen künftig rund um die Uhr an der Bekämpfung großer und kleiner Brände arbeiten und dafür sorgen, dass nur eine Minute nach Anruf ein Feuerwehrwagen losrast und sechs bis acht Minuten später schon vor Ort ist.
2,5 Millionen Euro der Gesamtkosten flossen in die Leitstellentechnik, 1,5 Millionen Euro wurden in die Haustechnik investiert. Ob die neuen technischen Errungenschaften reibungslos funktionieren, soll in einem Probelauf bis Dezember getestet werden, bis dahin wird die alte 1990 in Betrieb genommene Leitstelle noch genutzt. „Bevor wir unser Jahreshighlight, die Silvester-Einsätze, von der neuen Leitstelle aus koordinieren, muss wirklich alles fehlerfrei klappen“, erläuterte der stellvertretende Feuerwehrchef Peter Albers. In punkto Telefonleitungen hat man sich jedenfalls gleich mehrfach abgesichert. „Bricht das Gespräch zusammen, kann auf zwei im Schreibtisch versenkte Ersatzapparate und eine extra Steckverbindung zurückgreifen“, erklärte Franz Hitz, Chef der Leitstelle.
In dem neuen dreistöckigen Gebäude aus Glas und Stahl haben die Erbauer vom Architekturbüro Michael van Ooyen aus Straelen außerdem verstärkt auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter Rücksicht genommen. So wurde der Koordinationsraum vergrößert und wesentlich höher gestaltet als in der alten Dienststelle. „Dort klagten Mitarbeiter aufgrund des hohen Geräuschpegels immer wieder über Tinnitus“, erklärte Feuerwehrchef Albers. Im zweiten Geschoss sind außerdem eine Reihe von Ruheräumen um einen begrünten Innenhof angeordnet. Auch die Dachterrasse soll noch bepflanzt werden. Angesichts eines 23-Stundentages und einer 54-Stunden-Woche der Disponenten wahrlich kein überflüssiger Luxus.
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