Kunst auf der Heine-Allee: Cragg-Skulpturen nun an Zebrastreifen
VON REGINA GOLDLÜCKE - zuletzt aktualisiert: 11.10.2010 - 07:59Düsseldorf (RPO). Vom Verkehr umtost, harrten mehrere Dutzend Kunstliebhaber mit den Spitzen der Düsseldorfer Politik auf dem schmalen Zipfel neben dem Zebrastreifen aus. Noch waren die meterhohen Skulpturen in der Mitte der Heinrich-Heine-Allee verhangen. Ihr Schöpfer Tony Cragg steckte auf der Autobahn fest, traf erst mit halbstündiger Verspätung zur feierlichen Enthüllung von "Cast Glances" (2002) und "Luke" (2008) ein.
"Das kommt davon, wenn man in Wuppertal wohnt", begrüßte ein gelassener Dirk Elbers den Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie. In seiner Laudatio kündigte der Oberbürgermeister die Werke von Tony Cragg als "übergroße Handschmeichler" an: "Das Statische dynamisch zu machen, ist seine Kunst. Alles an ihnen ist Bewegung. Das Auge hat Lust, sich daran entlang zu tasten." Dann zurrte er gemeinsam mit dem Bildhauer die Tücher von den Bronze-Skulpturen, assistiert von Kulturdezernent Hans-Georg Lohe und Angela Eckert-Schweizer, Geschäftsführerin der Quadriennale. Die Düsseldorfer Kunst-Schau lieferte den Anlass für die Leihgaben aus der Werkstatt des Akademie-Professors. "Ein wunderbares kulturelles Ereignis für die Stadt", sagte er, "ich bin froh, daran teilzunehmen."
Was hält er von Kunst im öffentlichen Raum? "Ein schwieriges Thema", gibt Cragg zu. "Der öffentliche Raum ist ja überall verschandelt – durch Autos, Parkplätze, Schilder, hässliche Betonmöbel, öden Asphalt. Er gehört uns allen, seine Gestaltung darf nicht den Politikern und Geschäftsleuten überlassen werden. Da kann es doch nur gut sein, ihn mit Kunst zu verschönern." Diese Meinung teilen auch seine Galeristin Dorothee Fischer (Konrad-Fischer-Galerie) und Sabine Crasemann (Langen-Foundation). "Ganz toll, dass Cragg das macht", sagte sie, "das setzt ein Zeichen." Bis Januar 2011 werden die tonnenschweren Skulpturen in der Nachbarschaft von Oper und Kunstsammlung ihren Platz behalten. Was wünscht sich der Künstler von ihren Betrachtern? Tony Cragg lacht auf. "Darüber möchte ich gar nicht nachdenken!"
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







