Konjunktureinbruch hinterlässt Spuren: Daimler vor Kurzarbeit in Düsseldorf
VON ANTJE HÖNING - zuletzt aktualisiert: 28.11.2008 - 12:32Düsseldorf (RPO). Der Konjunktureinbruch hinterlässt immer tiefere Spuren. Zehntausende Beschäftigte von Daimler, darunter auch 7500 Mitarbeiter in Düsseldorf, sind von Kurzarbeit bedroht.
Von Januar bis Ende April komme in vier Werken Kurzarbeit in Betracht, teilte der Autobauer nach einer Sitzung von Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat mit: im Sprinterwerk Düsseldorf, im Pkw-Werk Sindelfingen sowie in Berlin und Bremen.
Bislang hatten sich Betriebsrat und Konzern für Düsseldorf auf Betriebsruhetage und den Abbau von Arbeitszeitkonten geeinigt. Das ist für Mitarbeiter nicht mit Lohneinbußen verbunden, Kurzarbeit dagegen schon. Denn dann gibt es nur noch 60 Prozent bzw. (für Mitarbeiter mit Kind) 67 Prozent vom letzten Nettolohn aus den Kassen der Bundesagentur für Arbeit.
Zwar sieht der Metall-Tarifvertrag für Baden-Württemberg vor, dass der Arbeitgeber noch etwas Geld drauflegt. Im Tarifvertrag in NRW jedoch fehlt diese Klausel. „Wir fordern, dass für den Fall von Kurzarbeit einheitliches Recht für alle Daimler-Mitarbeiter gilt“, sagte Thomas Weilbier, Betriebsrat des Sprinter-Werks, unserer Zeitung. Die Stimmung in der Belegschaft sei ohnehin angespannt. Man hoffe, dass sich die Lage zu Jahresbeginn bessere.
An weiteren zehn der 14 deutschen Standorte von Daimler droht zudem eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 30 Stunden mit Lohneinbußen. Bislang war hier ein vierwöchiger Zwangsurlaub vereinbart. Doch der reicht nicht aus, um den Nachfrageinbruch aufzufangen. Über die Details der Sparmaßnahmen verhandeln Daimler und die Betriebsräte. Im Dezember sollen die Mitarbeiter Klarheit erhalten. Vor betriebsbedingten Kündigungen sind die meisten Daimler-Beschäftigten bis 2011 geschützt.
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