Kaum Verkehrsprobleme: "Daisy" verschont Düsseldorf
VON SAINAB SANDRA OMAR UND JENNIFER KOCH - zuletzt aktualisiert: 11.01.2010 - 07:40Düsseldorf (RPO). Entgegen der Warnungen der Meteorologen sorgte Schneetief "Daisy" in der Landeshauptstadt für wesentlich weniger Verkehrsbehinderungen als erwartet. Viele Familien und Spaziergänger nutzten die Gelegenheit für einen winterlichen Tag im Freien.
Alle hatten sich aufs Schlimmste eingestellt: Der Flughafen organisierte sogar vorsorglich eine Kinderbetreuung und hielt 750 Feldbetten bereit, Bürger legten Lebensmittelvorräte an, Rheinbahn und Awista verstärkten noch einmal das Personal – Angst vor dem, was Sturmtief "Daisy" mit sich bringen würde.
Doch die "Daisy" schonte Düsseldorf: Selbst die Passagiere einer beinahe verunglückten Air-Berlin-Maschine kamen heil in der Landeshauptstadt an: Nachdem ihre Boeing Freitagabend in Nürnberg von der Startbahn gerutscht war, konnten sie unverletzt aussteigen. Ihre Ersatzmaschine landete mit Sondergenehmigung noch in der Nacht um 3 Uhr in Düsseldorf.
Kurz danach war auch das Tief angekommen – und verwandelte die Stadt allmählich in eine glitzernde Winterlandschaft. Und so zog es viele Spaziergänger, Jogger und Familien in die schneebedeckte Natur: Hofgarten, Südpark und Grafenberger Wald waren am Wochenende begehrte Ausflugsziele.
Arbeiten im Schnee
Für die Sicherheit im unbeschwerten Schneetaumel sorgte unter anderem Günter Klippel, der mit seinen Kollegen der Awista nach Sonderfahrplan auf seinem Streufahrzeug fuhr. Wann der Dienst, der um 4 Uhr begann, enden würde, wusste er mittags nicht. Auch ein Blick in den flockigen Himmel verriet nichts: "Ende offen." Weil das Salz knapp ist, beschränkte der Räumdienst sich zunächst darauf, die Schneemassen von der Straße zu räumen und mit Splitt zu streuen, nur an besonders gefährlichen Stellen und an den Hauptstrecken verteilten die Wagen Salz. Höchst zufrieden mit der Arbeit der Awista zeigte sich die Rheinbahn. "Dieses Mal hat alles sehr gut geklappt", sagt Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher.
Gute Arbeit leisteten auch die 160 Mitarbeiter, die am Flughafen für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Dort war man gut vorbereitet. "Unsere Streumittellager sind voll, und rund 50 Lkw zur Räumung sind rund um die Uhr im Einsatz", so Airport-Sprecher Christian Witt. Über die gute Vorbereitung freute sich Familie Gundlar aus Gummersbach. Rüdiger und Renate Gundlar hatten ihre Tochter und die beiden Enkel zum Flieger nach Dublin bringen wollten – einer der wenigen ausgefallenen Flüge. "Schön, dass der Flughafen etwas für die Kinder aufgebaut hat", sagt Renate Gundlar mit Blick auf Hüpfburg und Kinderspielplatz, wo sich die Enkel Munake und Nakai während der Wartezeit amüsierten.
Auch Briefträger Fernando Guedes ließ sich vom Schnee die Laune nicht verderben. In Unterbilk schob er samstags seinen schwer beladenen Wagen durch die höher werdende Schneedecke. Für ihn hieß es: Business as usual. Eine warme Kapuze und dicke Handschuhe sollten ihm durch den Wintertag helfen. Und so zog Guedes ohne zu murren weiter. Härter getroffen hatte es den Niederländer Gerhard Hartdorff. Sein Zug nach Amsterdam vom Hauptbahnhof wurde gestrichen. Das war aber eine Ausnahme, sagte ein Bahnsprecher: "Wir hatten Verspätungen, aber meist nur zehn- bis 15 Minuten."
Nach "Daisy" darf erst einmal aufgeatmet werden: Es bleibt in den nächsten Tagen zwar kalt, soll aber nicht weiter schneien.
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