Auszeichnung: Damit Gewalt keine Schule macht
zuletzt aktualisiert: 08.11.2005 - 16:36Düsseldorf (dto). Die Gemeinschaftsgrundschule und die Katholische Grundschule Flurstraße erhalten den Preis "Schulen gegen Gewalt", den die Landeshauptstadt Düsseldorf in diesem Jahr erstmals an Schulen für deren innovative und nachhaltige Projekte zum Thema Gewaltprävention verleiht. Insgesamt sieben Schulen hatten sich um den Preis beworben. Oberbürgermeister Joachim Erwin verlieh am Dienstagnachmittag in einer Feierstunde die Preise.
Die Alltagserfahrungen von jungen Menschen sind oft geprägt von einem nachlassenden Familienzusammenhalt, von Gewaltverherrlichung in den Medien, von Auswirkungen der Jugendarbeitslosigkeit und einem Mangel an Zukunftsperspektiven. Das führt zu einer unwiderlegbaren Armut im Bereich der sozialen Kompetenzen. Ärgern, Schikanieren, Belästigungen, Prügeleien oder Erpressungen in der Schule, auf dem Schulweg oder auch in der Freizeit kommen immer häufiger vor.
Der Kriminalpräventive Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf unter Federführung der Fachgruppe "Gegen Gewalt an Schulen" beim Schulverwaltungsamt und die Fachstelle für Gewaltprävention (eine Kooperation von Jugendamt und Schulverwaltungsamt) möchten mit der Auslobung des Preises "Schulen gegen Gewalt" besondere, innovative Schulprojekte hervorheben, würdigen und anerkennen. Der Vorsitzende des Kriminalpräventiven Rates, Ordnungsdezernent Werner Leonhardt, betont vor diesem Hintergrund, dass es sich dabei nicht nur um bloße Planungen und Absichten, sondern um bereits durchgeführte beziehungsweise begonnene Projekte handeln soll, die federführend von der Schule getragen werden und die eine nachhaltige präventive Wirkung sowie eine breite Akzeptanz in der Schule gefunden haben.
Mit dem Preis werden Projekte ausgezeichnet, die dem friedlichen Zusammenleben in der Schule und dem Stadtteil dienen (Kooperation Eltern - Schule - Jugendhilfe - Stadtteil), nachhaltige Strategien zur Förderung von Toleranz, Fairness und Solidarität entwickeln, oder/und die Ursachen für gewalttätiges und ausgrenzendes Handeln analysieren und Lösungsstrategien für die konkrete Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen bieten. Ziel ist es, ein Klima von Verständigung und respektvollem Umgang zu erzielen.
Projekte, die zum Mitdenken und Mitgestalten anregen und die das soziale Engagement intensivieren, wirken sich nachhaltig positiv auf das Schulklima aus und sollen in besonderer Weise hervorgehoben werden. Alle Düsseldorfer Schulen konnten sich in diesem Jahr und können sich zukünftig um den Preis bewerben. Insgesamt sieben Schulen hatten sich um den Preis beworben. "Notwendig ist, der alltäglichen Gewalt eine Vision von Toleranz und Akzeptanz gegenüber zu stellen - eine wichtige Rolle dabei spielen Einfühlungsvermögen und Initiative vor Ort. Die beteiligten Schulen haben das mit ihren Beiträgen bewiesen und ich würde mich sehr freuen, wenn diese Beispiele Schule machen," so Erwin. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis soll zukünftig alle zwei Jahre verliehen werden.
In diesem Jahr erhalten zusätzlich die Joseph-Beuys-Gesamtschule für die Einführung des "Gandhi-Preises für Zivilcourage und gewaltfreie Veränderung" und die Thomas-Edison-Realschule für ihr Streitschlichtungsprogramm und die daraus entwickelten Aktivitäten Preise von jeweils 500 Euro.
Das Projekt der Gemeinschaftsgrundschule und der Katholische Grundschule Flurstraße: Projekt zur Gewaltprävention Es gab eine gemeinsame Projektwoche zum Thema Gewaltprävention. Zur Verbesserung der sozialen Kompetenz fanden Angebote zu den Themen "Wohin mit meiner Wut", "Gefühle-Forscher" oder "sei cool - bleib cool" statt. Die Bereitstellung eines Spielecontainers für Pausenspiele bewirkte eine Verringerung von Gewalt aus Langeweile. In zwei Projekten wurden Kinder zu Sanitätern ausgebildet. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen seitdem einen Sanitätsdienst und entlasten die Pausenaufsicht.
Ein weiteres Projekt beschäftigte sich mit Sachbeschädigungen und Konflikten auf den Toiletten. Ein neu ins Leben gerufener Toilettendienst sorgt dafür, dass der Ort nicht für die Austragung von Konflikten missbraucht wird. Die Jury unterstrich, dass die Aktivitäten deutlich über eine herkömmliche Projektwoche hinaus gehen. Es ist gelungen, die Kooperation der Kollegien beider Schulen zu inspirieren. Des Weiteren wurden die Schülerinnen und Schüler aktiv an der Bearbeitung des Themas und der Gestaltung des Schulalltages beteiligt. Auf diese Weise wird die Förderung der Eigenverantwortung und der sozialen Kompetenz der Kinder erreicht. Auch in anderen Schulen treten Probleme in Form von Sachbeschädigungen und körperlichen Auseinandersetzungen auf, sodass die Einrichtung eines Toilettendienstes als vorbildhaft angesehen wurde. Die beiden Projekte "Toilettendienst" und "Sanitätsdienst" wurden als ständige Einrichtung eingeführt, sodass eine Nachhaltigkeit des Projektes gewährleistet ist.
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