Pfusch beim U-Bahn-Bau in Düsseldorf: "Das Pech der Kölner ist unser Glück"
zuletzt aktualisiert: 24.02.2010 - 07:18Düsseldorf (RPO). Aus aktuellem Anlass tagte am Dienstag auch die Kleine Kommission Wehrhahn-Linie. Ihr gehören CDU, SPD, FDP und Grüne an. "Wir sind erschrocken, weil wir nicht erwartet hatten, dass auch in Düsseldorf mit dieser kriminellen Energie gearbeitet wurde", sagt Andreas Hartnigk (CDU).
Er rätselt vor allem über die Motive der Beschuldigten. Hartnigk spricht sich dafür aus, die Wehrhahn-Linie weiterzubauen: "Die Schlitzwände spielen nur während der Bauzeit eine Rolle, der Betrieb wird sicher sein." Darauf legt auch FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus besonderen Wert. Die Experten hätten zudem glaubhaft versichert, dass für den weiteren Bau keine Gefahr bestehe.
"Das Pech der Kölner ist möglicherweise unser Glück", sagt SPD-Fraktionschef Markus Raub. So könne Düsseldorf gezielter kontrollieren und reagieren, um ähnliche Unglücke wie durch den Pfusch in der Domstadt zu verhindern. "Gegen einzelne kriminelle Machenschaften kann man sich schlecht wappnen." Dennoch sei es richtig, zusätzliche Kontrollinstanzen einzubeziehen. Er fühle sich durch die Stadt gut informiert.
Das sieht Norbert Czerwinski anders. Ihn hatte die Einladung zur Sondersitzung der Kommission nicht erreicht. Er findet es richtig, dass ständig ein Kontrolleur vor Ort sein soll. "Es ist aber wichtig, dass es nicht jemand von Bilfinger Berger ist."
Ulrich Lehner, Präsident IHK Düsseldorf, fordert eine lückenlose Aufklärung: "Die Vorfälle sind nicht akzeptabel und müssen geahndet werden. Durch solche Pannen fällt schnell ein schlechtes Licht auf die deutsche Industrie – das darf nicht sein."
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