Die Stadt engagiert sich im Klimaschutz. Das
Klimaschutzprogramm trägt den
Titel "Die Schöpfung bewahren – 30 Initiativen für den Klimaschutz in
Düsseldorf" und hat 30 Bausteine.
Wir stellen Ihnen die wichtigsten Aspekte vor.
Außerhalb der Stadtverwaltung stellt die Altbaumodernisierung das
wichtigste Handlungsfeld dar. In den privaten Haushalten werden 1,35
Millionen Tonnen Kohlendioxid entsprechend 22 Prozent emittiert. Die
Serviceagentur Altbausanierung wird ihre Beratungsarbeit intensivieren.
Insbesondere kleinere Umbauprojekte, die von der staatlichen Förderung
nicht abgedeckt werden, sollten möglichst unbürokratisch gefördert
werden. Es wird geprüft, wie ein städtischer Altbausanierungsfonds aufgelegt
werden kann.
Private Haushalte sollen motiviert werden, ihre Stromeinsparmöglichkeiten
zu nutzen. Gemeinsam mit Stadtwerken und Verbraucherzentrale
sollen die Möglichkeiten von Displays, die eine tägliche Ablesung des
Stromverbrauchs und Lastgänge in Haushalten ermöglichen, getestet
werden.
In einem weiteren Projekt sollen Kräfte aus dem zweiten Arbeitsmarkt zu
Energieberatern ausgebildet werden, die eine einfache Vorortberatung in
Haushalten durchführen können. Für die Energieberatung in einkommensschwachen
Haushalten wird ein städtisches Förderprogramm aufgelegt,
das das von den Stadtwerken aufgelegte Programm ergänzt.
Die Stadt unterstützt den Ausbau und die Verdichtung des Fernwärmenetzes
im Innenstadtbereich und deren Versorgung mit Wärme aus Anlagen
mit Kraft-Wärme-Kopplung. In Außengebieten sollen möglichst
Nahwärmelösungen mit Block-Heizkraftwerken gefunden werden. Darüber
hinaus werden innovative Versorgungskonzepte zur Wärme und
Kälteversorgung auf Geothermiebasis unterstützt.
Über drei Millionen Tonnen Kohlendioxid werden in Düsseldorf von
Industrie und verarbeitendem Gewerbe emittiert. Um auch hier die
Einsparpotenziale optimal zu nutzen, veranstalten IHK und Wirtschaftsministerium gemeinsame Informationsveranstaltungen für Betriebe. Das Beratungs- und Qualifizierungsprogramm Ökoprofit, das seit 2007 erfolgreich
in Düsseldorf angeboten wird, wird verstärkt fortgesetzt.
Die Einsparpotenziale im Bereich Abfallwirtschaft sollen ausgeschöpft
werden. Insbesondere durch verstärktes Altpapierrecycling können Kohlendioxidemissionen
vermieden werden. Im Hinblick auf die Nutzung
von Grünschnitt wird die Wirtschaftlichkeit der Biogas-Erzeugung und
anderer neu entwickelter Techniken zur Erzeugung von Biokraftstoffen
aus Abfällen unter Düsseldorfer Bedingungen untersucht.
Die Rheinbahn wird prüfen, ob der Einsatz von Hybrid-Bussen technisch
machbar und wirtschaftlich sinnvoll ist. Dazu sollen kurzfristig
zwei Busse angeschafft und im Düsseldorfer Stadtverkehr erprobt werden.
Die Stadt zahlt zukünftig eine freiwillige Öko-Abgabe (z.B. atmosfair),
wenn Dienstreisen mit dem Flugzeug wahrgenommen werden. Die
Mittel werden in Klimaschutzprojekte vornehmlich in Afrika und Asien
investiert.
Die Verwaltung wird den Klimawandel genau beobachten und aufgrund
der Erkenntnisse die möglichen Folgen für Düsseldorf abschätzen. Gegenwärtig
wird die Stadt-Klimaanalyse aktualisiert. An der Eulerstraße
46 wird eine Wetterstation in Betrieb genommen, die durch einen kleinen
Garten mit heimischen Pflanzen und Sträuchern, deren Blüte und
Fruchtzeitpunkt seit Jahrhunderten beobachtet wird, ergänzt wird.
In den Düsseldorfer Naturschutzgebieten wird ein Arten-Monitoring
durchgeführt, um vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten
frühzeitig zu identifizieren und Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.
Der Aquazoo beteiligt sich an dem UN-Projekt "Schöpfung bewahren –
Tierarten schützen" und rettet durch gezielte Nachzucht vier Amphibienarten
vor dem Aussterben.
Die Stadt Düsseldorf wird ihre Klimaschutzanstrengungen weiter vernetzen.
Dabei sollen die Städtepartnerschaften und die guten bestehenden
Beziehungen der Eine-Welt-Initiativen genutzt werden. Die Stadt
wird Mitglied im Klimabündnis und lädt am 10. und 11. Juni 2008 gemeinsam
mit dem Städtetag zu einem bundesweiten Kongress zum Thema
kommunaler Klimaschutz ein.