Viel Sport, wenige Konzerte: Das sind die großen Events 2010
VON JUTTA LAEGE - zuletzt aktualisiert: 02.01.2010 - 10:55Düsseldorf (RPO). In der Arena gibt es viel Sport – Fußball, Football und vielleicht auch Klitschko – aber nur wenige Konzerte. Der Großteil der Bands und Musik tritt im ISS-Dome und in der Philipshalle auf.
Fünf Jahre ist es her, dass Herbert Grönemeyer die Arena in Düsseldorf als neuen Konzerttempel einweihte. Multifunktionsarena wurde sie genannt, weil sich mit Fußball allein – Fortuna war Regionalligist – nicht punkten ließ. 2010 sieht das völlig anders aus. Konzerttermine sind Mangelware, mehr denn je regiert der Sport.
Einziger bisher gesetzter Termin in Sachen Show ist Depeche Mode. Die Kultband aus den 80ern kommt Ende Februar für zwei Konzerte, die wegen einer Erkankung des Sängers Dave Gahan im Sommer verschoben worden waren. Dennoch geht Arena-Geschäftsführer Jörg Mitze optimistisch ins neue Jahr. "Wir haben fünf große Zusatzveranstaltungen neben Fußball. In unserem besten Jahr, 2007, waren es sieben zusätzliche Events. Und wir sind ja noch an den ein oder anderen Künstlern dran."
Termine
26. und 27. Februar: Depeche Mode, Esprit Arena
24. April: German-Japan-Bowl, Esprit Arena
2. März: Chris Rea, Philipshalle
7. März: Spandau Ballet, Philipshalle
Tickets gibt es unter Telefon 0180 3303330
Hoffen auf die erste Liga
Die fünf Zusatzevents 2010 sind noch nicht alle auf dem offiziellen Arena-Plan verzeichnet. Zweimal Depeche Mode findet sich da, dann das Football-Spiel Deutschland – Japan und das jährliche Silvesterereignis "Sensation White". Nummer fünf, so wird gemunkelt, soll der Box-WM-Kampf zwischen Wladimir Klitschko und Eddie Chambers sein. Am 20. März soll dafür die Arena gebucht sein, so ist es in einschlägigen Boxportalen im Internet zu lesen, offiziell bestätigt ist das nicht. Mitze sagt nur so viel: "Wir sind in guten Gesprächen."
Der Sport brummt vor allem dank Fortuna. Im Schnitt kommen zu den Heimspielen 20 000 Zuschauer, das ist in der zweiten Liga eher Ausnahme als Regel. Und das große Ziel erste Liga darf zumindest vorsichtig angesprochen werden. Mitze: "Ich habe die Termine der Relegationsspiele für die Arena schon mal geblockt!"
Dagegen läuft die Konzertsaison schleppend an. Viele der großen Namen (Madonna, Rolling Stones, Genesis, Coldplay) waren schon da oder gehen gerade nicht auf Tour. Wenn der Fußball dazwischenfunkt, wie im Sommer das Pokal-Halbfinale der Fortuna, kollidieren die Termine. Die U2-Tourplaner wechselten deshalb in die Arena auf Schalke.
"Hinzu kommt, dass die Zahl der Stars, die die Arenen füllen können, begrenzt ist. Es gibt weltweit vielleicht eine Handvoll", erklärt Mitze. Und die kosten dann entsprechend Geld, das sich viele Fans in wirtschaftlich mageren Zeiten auch gerne mal sparen. "Wenn die Ticketpreise dreistellig sind", sagt Mitze, "wird's deutlich schwieriger." Der Arena-Chef hat außerdem in der zweiten Hälfte des Jahres eine Lethargie bei den Konzertveranstaltern ausgemacht. "Nach dem Tod von Michael Jackson haben alle erst mal abgewartet."
Sein Kollege Manfred Kirschenstein, der ISS-Dome und Philipshalle leitet, ist davon verschont geblieben. 2010 sind beide Hallen ähnlich aufgestellt wie 2009. Auf der Konzertliste stehen Eric Clapton mit Steve Winwood, Stargeiger David Garrett, Chris Rea und Spandau Ballet.
"Die Leute, so ist mein Gefühl, wollen wieder mehr Nähe zu den Künstlern. Das hat man zuletzt bei den Toten Hosen gesehen." Dennoch bietet Düsseldorf mit seinen drei Hallen für jeden Künstler die passende Größenordnung. Und die Arena-Verantwortlichen wollen weiterhin damit werben, dass bei ihnen die Nähe zur Bühne durch das Querstellen selbiger gewährleistet werden könnte. Das wäre interessant für Bands wie beispielsweise Pearl Jam, die um die 30 000 Zuschauer zieht. Dafür ist der ISS-Dome zu klein. Spannend bleibt also, wer aus dem Tour-Teich noch abgefischt werden kann.
Eigentlich glaubt Jörg Mitze nicht an die Musik der 90er Jahre, die in der Revival-Folge nach den vielen 80er-Jahre-Stars dran wäre. "Das waren doch hauptsächlich Studioprojekte und seltsame Dance-Geschichten." Dennoch dürfte er sich beim Poker um eine dieser 90er-Jahre-Bands beteiligen: "Take That" will 2010 auf Tour gehen – mit oder ohne Robbie Williams. 1996 hatte die smarte Bougroup übrigens ihren letzten gemeinsamen Auftritt in Deutschland: Bei "Wetten, dass..?" in Düsseldorf. Das müsste als Argument reichen. Und wenn nicht, darf Robbie auch ruhig alleine kommen.
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