DJ-Legende Jimmy Radant: Das Sound-Chamäleon
VON MICHAEL WENZEL - zuletzt aktualisiert: 24.06.2008 - 10:26Düsseldorf (RPO). Seit Jahrzehnten prägt DJ Jimmy Radant den Klang des Düsseldorfer Nachtlebens. Jenseits kurzlebiger Trends bereichert er nun den Medienhafen um Barmusik der etwas anderen Art. Was seine Zukunftspläne betrifft, hüllt sich der Meister in Gelassenheit.
In Hut, Anzug und Stiefeletten könnte man ihn für einen alten Blues-Musiker halten, wäre das Obermaterial nicht Schlangenleder. Jimmy Radant ist halt einer, der sich stilistisch nicht festlegen lässt. „Den Mann, mit dem alles begann“ nennen ihn Wegbegleiter respektvoll. „Mir ist das nicht wirklich bewusst“, sagt die DJ-Legende Baujahr 1950 bescheiden.
Schon als er in den 70er Jahren in Diskotheken wie „Mora’s Lovers Club“ auf der Schneider-Wibbel-Gasse auflegte, sprach sich der gute Geschmack des gelernten Steinmetz und Bildhauers schnell herum. Prägend waren Reisen nach Jamaika und New York, wo er mit Reggae, Rap und Disco in Berührung kam - und DJs erlebte, die es verstanden, diese Stile zu mischen. Jimmy trug den neuen Sound geradewegs nach Düsseldorf und heizte der bunten Szene im „Ratinger Hof“ mit einem originellen Mix von Funk bis Punk ein, ohne New Wave-Helden wie Fad Gadget, Die Einstürzenden Neubauten und Tommi Stumpff zu vergessen. „Da hab ich dann richtig Gas gegeben“, lacht er.
Als das „Checker’s“ auf der Kö öffnete, war Jimmy klarer Favorit für den Platz hinter den Plattentellern. „Das war vorher nicht mein Club“, erinnert er sich. Also formte Jimmy das „Checker’s“ kurzerhand zu einem Experimentierfeld in Sachen Clubmusik um: Auf das Discoprogramm folgten in den frühen Morgenstunden progressivere Klänge, mit denen er auch die Nachtschwärmer aus der Altstadt anlockte und mit der High Society auf der Tanzfläche glücklich vereinte.
Nachdem Jimmy Radant in den vergangenen Jahren als VIP-DJ im MK-2 und 3001 Hafenluft schnupperte, hat der Clubvagabund hier einen neuen Ankerplatz gefunden: Seit kurzem beschallt er „Le Bar du Bistro“ und rundet unter dem Motto „Foodsoul“ die kulinarischen Genüsse mit einem bunten Cocktail zwischen Motown, Rocksteady und Surf ab. „Ich lass’ mich überraschen“, antwortet Jimmy auf die Frage nach Zukunftsplänen und nippt gelassen an seinem Glas Sancerre. Hinter der Türschwelle der Bar herrscht bereits lautes Stimmengewirr, der Tresen ist dicht belagert. „Die Leute wollen mich ja immer noch hören.“
Hörtipp „Foodsoul“ mit DJ Jimmy Radant, Donnerstag 19-1 Uhr, Freitag/Samstag 21-3 Uhr, „Le Bar du Bistro“, Wupperstraße 2
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