Kö-Bogen: Debatte über geplante Straße im Hofgarten
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 26.01.2010 - 06:57Düsseldorf (RPO). Die Straße im Hofgarten, auf der während der Bauarbeiten auf dem Jan-Wellem-Platz der Verkehr fließen soll, sorgt für Unmut. Politiker und Bürger fühlen sich schlecht informiert. OB Elbers plant feste Ansprechpartner für Bürger.
Nicht nur die Bezirksvertreter staunten, als ihnen das Amt für Verkehrsmanagement Ende vergangener Woche Pläne präsentierte, wie der Autoverkehr geleitet werden soll, wenn in wenigen Monaten auf dem Jan-Wellem-Platz die Bauarbeiten für den ersten Teil des Kö-Bogens beginnen: Im Hofgarten, dem denkmalgeschützten Park, soll für die Dauer der Bauarbeiten bis Ende 2013 eigens eine Straße gebaut werden. Zwar verläuft sie entlang des Gewässers Landskrone, wo bereits bisher ein asphaltierter Gehweg war (s. Grafik), dennoch müssen 24 Bäume gefällt werden.
"Massiver Eingriff"
Erster Bauabschnitt Auf dem Jan-Wellem-Platz entstehen zwei Neubauten, der Verkehr wird zwischen Theatermuseum und Tuchtinsel in Tunnel gelegt.
Zweiter Bauabschnitt Die Hochstraße Tausendfüßler soll abgerissen, der Verkehr ebenfalls in Tunnel geleitet werden. Die Oberfläche wird neu gestaltet.
Beim Heimatverein Düsseldorfer Jonges, der schon immer ein wachsames Auge auf die historische Parkanlage hatte, sorgte das für Unmut: "Die Vorgehensweise hat uns doch sehr überrascht", so Jonges-Baas Gerd Welchering. "Wir befürworten ja den Kö-Bogen", sagt Jonges-Stadtbildpfleger Rolf Töpfer, "hatten aber immer gesagt, dass die Abstände der Gebäude zum Hofgarten gewahrt werden müssten und der Park nicht angetastet werden dürfe." Nun seien die Abstände zu gering, die Eingriffe in den Hofgarten massiv. "Und das offenbar als einsame Verwaltungsentscheidung, ohne die Öffentlichkeit angemessen zu informieren." Die Jonges seien deshalb sehr erschrocken.
Auch OB Dirk Elbers findet die Informationsweise alles andere als optimal: "Wir brauchen dringend einen Pavillon mit Ansprechpartnern an zentraler Stelle, in dem wir offensiv die Öffentlichkeit über jeden einzelnen Schritt informieren." Im Hauptausschuss betonte Elbers, dass man die Menschen mitnehmen müsse bei diesem Projekt, das Düsseldorf bereichern werde. Er wünscht sich, dass der Architekt der beiden Neubauten auf dem Jan-Wellem-Platz, Daniel Libeskind, auch den Übergang zum Hofgarten gestaltet. Eine prinzipielle Debatte über den Kö-Bogen unterband Elbers jedoch. Martin Volkenrath (SPD) hatte zuvor kritisiert, dass dieses Vorhaben in den nächsten Jahren "der massivste Eingriff in die Verkehrssituation der Stadt" sein werde.
Grünen-Fraktionschef Günter Karen-Jungen beklagte, dass die Politik von detaillierten Plänen zum Verlauf der Interimstraße und über die Tatsache, dass im Zuge dessen 24 Bäume gefällt werden müssen, erst in der Sitzung der Bezirksvertretung 1 am vergangenen Freitag erfahren habe. In der zuständigen Kleinen Kommission seien Details bisher nicht angesprochen worden. Planungsdezernent Gregor Bonin, seit dem Tod des Beigeordneten Werner Leonhardt vorübergehend auch für den Bereich Verkehr zuständig, räumte ein, dass die Kommunikation verbessert werden müsse. Der von Elbers geforderte Info-Pavillon werde deshalb, möglichst in guter Architektur und wiederverwendbar, realisiert.
Zu der Übergangsstraße gebe es keine Alternative. FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus warb für Gelassenheit: "Es werden ja nicht 300-jährige Eichen gefällt, sondern Bäume auf der Böschung." Zudem werde das Gartendenkmal nach Abschluss der Arbeiten komplett wiederhergestellt. "Wir haben gehört, man sei schon dabei, die Bäume zu fällen", so Iris Bellstedt (Grüne) gestern Abend empört. "Da werden einfach Fakten geschaffen""
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





