Rund 2500 Teilnehmer: Demonstration gegen Studiengebühren
zuletzt aktualisiert: 17.06.2008 - 13:00Rund 2500 Studenten aus Nordrhein-Westfalen haben nach Angaben der Polizei am Dienstag in Düsseldorf gegen Studiengebühren demonstriert. Nach Ende des Protestzugs setzte eine Gruppe von etwa 250 Studenten ihre Demonstration vor dem Landtag fort. Während eine Vertreterin der Grünen die Forderung der Studierenden unterstützte, kritisierte die nordrhein-westfälische FDP die Demonstration.
Der Protestzug war am Mittag am Düsseldorfer Hauptbahnhof gestartet und von dort nach Angaben eines Polizeisprechers friedlich durch die Innenstadt gezogen. Der Zug stand unter dem Motto "Was Hessen kann, können wir schon lange". In dem Bundesland wurden die Studiengebühren am Dienstag nach dem Willen der Landtagsmehrheit abgeschafft.
Neben dem Erlass der Studiengebühren forderten die Studenten mit der Aktion in Düsseldorf außerdem einen garantierten Studienplatz für Bachelorabsolventen in den aufbauenden Masterprogrammen sowie eine bessere Vergleichbarkeit und Strukturierung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge. Ein weiterer Kritikpunkt war die bauliche Situation der Universitätsgebäude, die als teilweise katastrophal bezeichnet wurde.
Das bundesweite Aktionsbündnis gegen Studiengebühren, das Landes-ASten-Treffen NRW, die DGB-Jugend, der freie Zusammenschluss von StudentInnenschaften sowie der Bund Ausländischer Studierender hatten zu der Demonstration gegen den "Bildungsnotstand in NRW" aufgerufen. "In den letzten Jahren hat sich die Lage der Studierenden in NRW immer rasanter verschlechtert", sagte Bianka Hilfrich, Vorstandsmitglied des Freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften (fzs). "Nicht nur die Einführung allgemeiner Studiengebühren, sondern auch das Fehlen von Studienplätzen sind die traurige Zwischenbilanz der schwarz-gelben Landesregierung."
Die hochschulpolitische Sprecherin der Grünen, Ruth Seidl, unterstützte die Studenten in ihrer Forderung nach Abschaffung der Studiengebühren und appellierte an die Regierung, die öffentlichen Mittel für die Hochschulen deutlich zu erhöhen. Bildung müsse endlich zum Schwerpunkt der Landespolitik werden, sagte sie. Der FDP-Fraktionsvize Christian Lindner sagte dagegen, dass die Situation in NRW eine andere sei als in Hessen. In Nordrhein-Westfalen würden die Studiengebühren zweckgebunden für die Verbesserung der Lehre eingesetzt. Positive Auswirkungen davon seien bereits jetzt zu sehen.
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