Literarischer Schnellkurs findet zum 7. Mal statt: Der andere Erich Kästner
VON JULIA NIX - zuletzt aktualisiert: 20.10.2004 - 16:48Düsseldorf (dto). Fragt man, was Menschen zu dem Namen „Erich Kästner“ einfällt, dann kommt als Antwort meistens ein Titel seiner Kinderbücher. „Pünktchen und Anton“, „Emil und die Detektive“, „Das fliegende Klassenzimmer“ oder „Das doppelte Lottchen“ sind Bücher, die fast jeder in seiner Kindheit mindestens einmal gelesen hat. Doch Erich Kästner war nicht nur sehr erfolgreicher Kinder- und Jugendbuchautor, er war auch Moralist, Satiriker und Humorist. Einen etwas anderen Blick auf das Werk Erich Kästners wirft anlässlich seines 30. Todestages die Stadtbücherei in Düsseldorf im Rahmen des diesjährigen literarischen Schnellkurses.
Bereits zum 7. Mal findet der literarische Schnellkurs statt. In den Jahren zuvor wurden die Schriftsteller Heine, Brecht, Goethe, Mann, Hesse und Kafka genauer unter die Lupe genommen. Um von der Bibliothek für den Kurs ausgewählt zu werden, müssen die Autoren bestimmte Kriterien erfüllen. Zunächst steht ein kalendarischer Anlass am Anfang, in diesem Jahr ist das der 30. Todestag von Erich Kästner. Zudem müssen die Autoren deutschsprachige Literatur verfasst haben und in mehreren literarischen Sparten gearbeitet haben. Die Vielseitigkeit des Werkes und eine internationale Wirkung sollten ebenfalls gegeben sein. Alle Kriterien treffen auf Erich Kästner zu. Seine Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt. Sie sind Best- und vor allem Longseller, „Emil und die Detektive“ wurde allein in Deutschland zwei Millionen Mal verkauft, seine Bücher wurden zudem immer wieder verfilmt.
Bei dem literarischen Schnellkurs werden an vier Abenden jeweils an einem Mittwoch unterschiedliche Facetten aus dem Werk Erich Kästners beleuchtet. Pro Abend wird jeweils ein Aspekt seiner Arbeit in den Mittelpunkt gestellt. Häufig sind die Referenten Uni-Dozenten und die Rezitatoren Schauspieler oder Musiker. Die Veranstaltungsreihe beginnt am 27. Oktober mit vertrauter Materie. „Kästner als Jugendbuchautor“ lautet das Thema des Abends und referieren wird Isa Schikorsky, die 1998 eine Kästner Biografie veröffentlichte. Schauspielerin Maria Freund wird die Texte lesen.
Am 3. November rückt „Kästner als Moralist“ in den Blickpunkt. Franz-Josef Görtz, ebenfalls Biografieschreiber, wird referieren, Schauspieler Bernt Hahn wird die Texte lesen. Der Inhalt des dritten Abends am 10. November lautet „Erich Kästner als Filmschaffender“. Michael Troesser, stellvertretender Direktor des Medienzentrums Rheinland stellt Kästners Drehbucharbeit vor und zeigt vergleichende Filmausschnitte. Am letzten Abend der Veranstaltungsreihe am 17. November dreht sich alles um „Jazz & Lyrics“. Magdalena Imig, Autorin und Sprecherin, wird Kästner rezitieren und dabei musikalisch begleitet werden von Thomas Heck (Saxophon) und Johannes Zink (Kontrabass). Willkommen ist jeder Interessierte, die Veranstaltungen sind kostenfrei für die Besucher.
Auch die Stadtbibliothek hat in Sachen Kästner ein breites Angebot. Im Sortiment stehen 202 Titel, 155 davon sind Bücher, die anderen teilen sich in Hörbücher, Videos und andere Medien auf. Kästner ist ein Autor, dessen Literatur nie aus der Mode kommt, und dies gilt nicht nur für seine Kinderbücher. So fühlt sich der Leser oft an die heute Arbeitsmarktsituation und an Hartz IV erinnert, wenn er „Fabian“ liest.
Erich Kästner, ein literarischer Schnellkurs an vier Abenden, Zentralbibliothek Düsseldorf, Bertha-von-Suttner-Platz 1,Mittwoch, 27. Oktober 2004,3. November, 10. November, 17. November, jeweils 20 Uhr
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