Daniel Uhlig liebt Fahrräder: Der Fahrrad-Doktor
VON ANANDA MILZ - zuletzt aktualisiert: 21.01.2008 - 08:28Düsseldorf (RPO). Seine Brötchen verdient Daniel Uhlig als Krankenpfleger, sein großes Hobby führt ihn in den Keller. Zum Schrauben und Tüfteln. Der 28-Jährige liebt Fahrräder aller Art. Das war schon immer so.
Daniel Uhlig hat einen Goldesel. Der steht im Keller und braucht weder Karotten noch Stroh. Man könnte auch sagen, der Goldesel stellt wenig Ansprüche und ist obendrein noch außerordentlich drahtig; gehörte er einst doch zur Gattung der Drahtesel: „Es ist ein altes Damenrad, das ich aufgemotzt habe“, sagt Daniel Uhlig. Jetzt hat das Rad dicke, schwarze Reifen mit Profil, eine goldene Klingel nebst goldenem Ständer und einen wunderschönen Schriftzug in 80er Jahre Optik, der das Rad zu dem macht, was es ist - zum Goldesel.
Schnell wird klar: Hier steckt viel Liebe drin. Hier im kargen Keller befindet sich die Werkstätte eines Tüftlers mit Fantasie. Noch bunter wird’s bei Modell Nummer zwei: ein rosa-weißes Hollandrad mit Aloha-Kränzen, mit Sonnenblumen und einer kleinen Jamaika-Rassel am Lenker. „Früher war das Rad mal schwarz, nun ist es ein echter Hippie-Cruiser“, sagt der 28-Jährige. Er selbst hat so gar nichts von einem Hippie. Dafür geht Uhlig mit Jeans, Kapuzen-Shirt und Schildmütze aber gut als Surfer oder Skater durch. Volltreffer: Im Sommer fahre er gern zum Düsseldorfer Sandstrand am Hafen, erklärt er kurz darauf und zeigt dann schon aufs nächste „Schätzgen“, wie er es liebevoll nennt.
Es ist ein eigens umgebautes Strand-Bike, bei dessen extra breitem Lenker auch locker noch das Surfbrett von Uhlig draufpasst. Genau genommen sei es aber ein Skimboard, eine Art Skateboard fürs Wasser, schiebt er nach. Der Tüftler kennt sich aus. Und der Sport an der frischen Luft hat ihn eigentlich auch zum Tüftler gemacht - und damit von der Luft in den Keller gelockt. „Mein erstes Mountainbike bekam ich mit elf“, erzählt er. „Nach der Schule war ich den ganzen Tag damit unterwegs. Abends ging’s dann an der Küche vorbei die Treppen runter. Dort hab’ ich erst mal mein Mountainbike in alle Einzelteile zerlegt.“
Seither sei er eben Fahrrad jeck, erklärt er und zuckt die Schultern. Neuerdings spezialisiert sich Uhlig auf alles, was eigentlich nicht mehr zu retten ist. Auf die Problemfälle mit zwei Rädern. Daniel Uhlig ist sozusagen Doktor Bike. Während er die Kellertreppe hochgeht, fällt sein Blick nach rechts. „Dort in der Ecke steht ein Vorher-Exemplar“, sagt er. Man könnte auch sagen, ein Häufchen Blech und Schrott. Das päppelt Doktor Bike als nächstes auf. Wie übrigens auch Räder aller Art von Freunden oder der Familie. Das „Medizinische“ ist ihm auch beruflich nicht so fremd, seine Brötchen verdient der junge Mann als Krankenpfleger.
Doch was wäre, wenn der Goldesel plötzlich anfängt, Dukaten zu spucken? Daniel Uhlig zögert nicht lang und meint, dann könne er es sich schon vorstellen - einen eigenen Laden. Einen „Pimp-my-Bike-Laden“ (siehe Info) oder vielleicht eine „Praxis“ namens Doktor Bike. In diesem Fall würde er gerne in eine andere Stadt ziehen. Uhlig kommt ins Schwärmen: „Münster oder Oldenburg, das sind ja die wahren Fahrrad-Hochburgen.“
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