StudiVZ: Der Freundeskreis aus dem Netz
zuletzt aktualisiert: 01.07.2009 - 07:58Düsseldorf (RPO). Als René Endres für einen Job bei einer Kommunikationsagentur aus Franken nach Düsseldorf kam, war er etwas enttäuscht. Die Stadt war zwar schön, doch fehlten die Freunde und Bekannte, mit denen der heute 31-Jährige etwas hätte unternehmen können. Doch er wollte sich damit nicht abfinden und suchte die Antwort im Internet.
Auf den Seiten des sozialen Netzwerks StudiVZ gründete er eine Gruppe für Zugezogene. Was vor zwei Jahren bei einem Feierabend-Bier mit sieben Leuten begann, ist heute auf über 2200 Neu-Düsseldorfer angewachsen. Tendenz: steigend.
"Es ist zu einem Selbstläufer geworden", sagt der Gruppengründer. Jeden Mittwochabend treffen sich die Mitglieder von "Neu in Düsseldorf United" – der Name geht auf eine Fusion mit einer anderen Gruppe zurück – an der Ratinger Straße. Mussten in der Anfangszeit noch Tische reserviert werden, mietet die Gruppe mittlerweile schon ganze Lokale.
Auch wenn einige noch studieren, sind es hauptsächlich Arbeitnehmer in den späten Zwanzigern, die zu den Treffen kommen. "Während es an der Uni noch einfach war, Leute kennen zu lernen, ist es mit dem Einstieg ins Berufsleben viel schwieriger geworden", erklärt Endres. Selber auf "gut Glück" loszuziehen, um neue Gleichgesinnte zu treffen, war für ihn als Internet-Sozialisierten keine wirkliche Alternative. "Obwohl ich gehört habe, dass das im Rheinland durchaus möglich sein soll."
Nahezu sein gesamter Düsseldorfer Freundeskreis stammt aus der StudiVZ-Gruppe. Zu den Treffen kommt der einstige BWL-Student mittlerweile nur noch ab und zu. Alles andere wäre auch kaum zu bewältigen: Mit der wachsenden Mitgliederzahl gründeten sich immer mehr Untergruppen für Treffen an anderen Tagen. "Für jeden gibt es etwas. Manche treffen sich zum Fußballspielen, andere machen einen Spiele-Abend – manche fahren sogar gemeinsam zu mehrtägigen Musikfestivals", sagt Endres.
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