Seltenes Hobby: Der Herr der Mini-Helikopter
VON WOLFGANG BERNEY - zuletzt aktualisiert: 02.01.2010 - 09:45Düsseldorf (RPO). In seinem Geschäft an der Hüttenstraße hat sich Günter Buchholtz einen Kindertraum erfüllt und verkauft Modellbau-Helicopter. Bis zu 25 000 Euro geben Liebhaber für die ferngesteuerten Fluggeräte aus.
Der Traum vom Fliegen, selbst einen Helikopter steuern – jeder kann ihn sich erfüllen. Allerdings bleibt er als Pilot dabei immer auf dem Boden. Nur der Hubschrauber steigt hoch, ferngesteuert bis auf 350 Meter. Günter Buchholtz ist der Mann, der dabei Hilfe leistet.
An der Hüttenstraße 50 hat er jetzt einen Spezial-Shop "Helikopter-Modellbau" mit weit über 100 verschiedenen Modellen. Buchholtz: "Nicht nur für jüngere Leute ist das ein wunderbares Hobby. Wir haben auch eine Reihe von Kunden im Rentenalter."
Die Helis kosten je nach Qualität und Leistung mit Elektro- oder Verbrennungsmotor zwischen 1000 und 25 000 Euro. Aber einfach sich auf die Wiese zu stellen und das Fluggerät starten – das geht oft nicht gut. Buchholtz: "Das sind ja teure Stücke, an denen die Leute viele Stunden gearbeitet haben. Wenn sie falsch bedient werden und abschmieren, dann gehen sie schnell zu Bruch."
Deshalb können Anfänger in seinem Shop am Simulator den Hubschrauber virtuell steuern. Die Schulung am PC ist kostenlos. Beim ersten richtigen Einsatz steht meist noch ein Lehrer zur Seite.
Im Grunde funktionieren die Modelle genau so wie ihre großen Vorbilder. Der Hauptrotor liefert dabei den Auftrieb. Der Heckmotor gleicht die Drehmomente aus. Geübt wird meist auf einer Wiese in Kleinenbroich. Der Tower am Flugplatz Mönchengladbach gibt die Höhe an, bis zu der die Helis aufsteigen können ohne den normalen Flugverkehr zu stören.
Buchholtz hat eine Reihe von Stammkunden. "Aber es kommen auch immer wieder neue Kunden hinzu, die sich für das ungewöhnliche Hobby interessieren. Ich bin zufrieden mit dem Geschäft." Mit seinen Helicopter hat er sich einen Kindertraum erfüllt. "Ich habe immer schon gern Modellflugzeuge gebastelt. Als ich dann später mein erstes Geschäft, eine Firma für Parkett legen, aufgab, stand für mich fest, dass ich mir meinen Traum erfülle."
Für Anfänger ist es keine leichte Sache, den ersten Modell-Helicopter zusammenzubauen. Das weiß Günther Buchholtz, der sie deshalb auch unterstützt. Bei einfachen Fragen berät er am Telefon. Bei größeren Problemen können die Kunden nach Absprache auch zu ihm ins Geschäft kommen. Und bevor die Hubschrauber das erste Mal in die Luft gehen, checkt der Fachmann sie erst einmal durch. Auf dem Flugplatz erledigt er die letzten Handgriffe, die nur während des Betriebs möglich sind.
Besondere Probleme mit den Modell-Helicoptern haben übrigens die Flugkapitäne unter seinen Kunden. Buchholtz: "Sie sind es ja gewohnt, die Maschine im Cockpit direkt zu steuern. Es ist schon ein Unterschied wenn man das vom Boden aus indirekt per Fernsteuerung machen muss."
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