"Caring Dad": Diakonie startet Projekt für Prügel-Väter
zuletzt aktualisiert: 06.07.2007 - 13:34Kinder leiden unter häuslicher Gewalt, auch wenn sie nicht direkt betroffen sind. Kinder, die mitansehen müssen, wie der Vater die Mutter schlägt, sind verstört und traumatisiert. Ein normales Verhältnis zum Vater ist kaum noch möglich. Für Männer, die wieder eine stabile Beziehung zu ihrem Kind wollen, hat die Diakonie in Düsseldorf jetzt das deutschlandweit einmalige Projekt "Caring Dads" ins Leben gerufen.
„Caring Dads – Fürsorgliche Väter“ ist ein Projekt nach kanadischem Vorbild, das ab Oktober acht bis zehn Vätern die Chance geben soll, wieder verantwortungsvoll mit ihren Kindern umzugehen.
In dem 17-wöchigen Programm müssen die Väter sich ihrer Gewalttätigkeit stellen. Schritt für Schritt lernen sie, was sie tun müssen, um ein guter Vater zu sein: zuhören, Kinder loben, die kindliche Entwicklung verstehen. „All das sind Dinge, die für viele dieser Väter völlig neu sind“, sagt Diakonie-Mitarbeiter Edgar Schulz, der das Projekt mit seiner Kollegin Marion Römer begleiten wird. „Wir werden versuchen, ihnen in diesem Kurs die Grundlagen des Vater-Seins zu vermitteln“. 17 Wochen seien nicht lang, aber ausreichend, damit die Väter grundlegende Verhaltensweisen ändern, sagt Edgar Schulz. Die ersten Erfolge in Kanada zeigten das.
Das Projekt „Caring Dads – fürsorgliche Väter“ führt die erfolgreiche Arbeit der Diakonie mit gewalttätigen Männern weiter. Neben einer speziellen Therapie für sexuell übergriffige Jugendliche gibt es seit einem Jahr ein soziales Trainingsprogramm für Männer, die durch häusliche Gewalt aufgefallen sind. Mit diesem Programm wie auch mit "Caring Dad" können Väter auch eine mögliche Strafe vor Gericht verringern oder ihre Chancen in einem Sorgerechtsprozess verbessern.
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