Ausstellung vom 19. Juni bis 5. September: Die dreidimensionale Welt von Donald Judd
zuletzt aktualisiert: 16.06.2004 - 15:16Düsseldorf (dto). Donald Judd hat die Entwicklung dreidimensionaler Kunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts visuell und konzeptionell maßgeblich bestimmt. Als einzige Station in Deutschland zeigt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen bis zum 5. September die erste große Übersicht des amerikanischen Künstlers nach dessen Tod im Jahr 1994.
Der Bildhauer und Architekt Donald Judd ist einer der bedeutendsten Vertreter der Minimal-Art. Über die Malerei gelangte er zur plastischen Kunst, der Bildhauerei. Er entwarf Raumkonzepte und realisierte sie mit verschiedenen Materialien. Wichtig ist ihm dabei immer die Beziehung zwischen Kunst und Kultur. Die Planung der Bibliothek der Mansana de Chinati, ein eigener Atelierbau und verschiedene Wohnsiedlungen sind wichtige Arbeiten. Daneben entwarf Donald Judds Möbel und schuf ein Werk theoretischer Schriften.
Die aktuelle Ausstellung wurde von Tate Modern in London vorbereitet und gilt von höchstem Rang und Interesse, denn Donald Judd ist nicht nur international bekannt, er hat die Entwicklung dreidimensionaler Kunst in den letzten 50 Jahren maßgeblich bestimmt. 40 Leihgaben aus europäischen und amerikanischen Sammlungen geben einen retrospektiven Überblick über Judds Schaffen in den Jahren 1961 bis 1993.
Die Ausstellung spannt einen weiten Bogen von den frühen Gemälden und handgefertigten Objekten über die kubischen, aus industriellen Materialien gefertigten Boden- und Wandarbeiten bis hin zu den gestapelten und gereihten Werken aus verschraubtem Stahl, Aluminium oder Eisen. Sie macht das komplexe Zusammenspiel von Volumen, Material, Farbe und Licht anschaulich, das Judds Werken ihre Wirkung von großer Subtilität, Eleganz und Schönheit verleiht.
Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden die regelmäßig arrangierten Boden- und Wand-Objekte. Mit seinen reckteckigen und quadratischen Arbeiten nahm Judd Abschied von der traditionellen Ausdrucksformen von Kunst. Für Judd war die Malerei spätestens mit den Bildern von Mark Rothko, Barnett Newman und Jackson Pollock am Ende ihrer Möglichkeiten angelangt. Als vehementer Gegner der europäischen Malerei, die für ihn auf dem flachen Bildträger räumliche Tiefe vortäuschte, setzte Judd daher mit seinen dreidimensionalen Objekten auf Klarheit und Übersichtlichkeit.
Dazu nutzte er unter anderem an der Wand freischwebende Boxen, die er aus industriellen Materialien wie Eisen, Stahl, Aluminium und Plexiglas fertigte. Oder er kombinierte verschiedenfarbige Metallplatten zu einer stahlträgerähnlichen Skulptur, die Form, Farbe und Proportionen in ein puristisches wie harmonisches Verhältnis bringt. Geradezu schwebend und von subtiler Schönheit zeigen sich diese Arbeiten aus den achtziger Jahren, mit denen er seine Vorstellung von Raum-Kunst perfektionierte.
Donald Judd, vom 19. Juni. bis 5.September, K20, Grabbeplatz in Düsseldorf
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