8000 Studenten: Die Fachhochschule wächst
VON DIRKE KÖPP - zuletzt aktualisiert: 30.08.2008 - 10:17Düsseldorf (RPO). Die Fachhochschule rechnet damit, dass sich im Wintersemester 1200 Studierende mehr einschreiben als 2007. Die Nachfrage nach praxisorientierter Ausbildung nimmt zu, die Hochschule hat ihr Profil geschärft, sagt der Kanzler.
Die Fachhochschule rechnet für das kommende Wintersemester mit einem fulminanten Anstieg der Studierendenzahlen. „Wir werden im Winter voraussichtlich mehr als 8000 Studenten haben“, sagte FH-Kanzler Harald Wellbrock der RP. Zum Vergleich: Im Wintersemester 2007/2008 waren es etwa 6800. „Wir registrieren seit etwa drei Jahren eine steigende Nachfrage nach Studienplätzen“, so Wellbrock.
Allein in diesem Jahr habe die Hochschule fast 8000 Bewerbungen für knapp 1700 Studienplätze. Besonders beliebt sind Sozialarbeit /-pädagogik, Business Administration und Kommunikations- und Multimediamanagement. „Wir kalkulieren natürlich ein, dass die Bewerber sich auch bei anderen Hochschulen gemeldet haben“, so Wellbrock, „aber wir haben den sicheren Eindruck, dass sie ernsthaftes Interesse haben: Zwei Drittel haben Düsseldorf als erste Präferenz angegeben.“ Er geht daher nicht davon aus, dass wegen Absagen die anvisierte Zahl von 8000 nicht erreicht wird.
Die Hochschulen kämpfen mehr denn je um Studierende - nicht zuletzt weil es für Neuzugänge Geld gibt vom Land. Während der Trend an vielen Universitäten aber eher abwärts zeigt, sind Fachhochschulen im Aufwind. Die Tatsache, dass die FH Düsseldorf bis dato als eine von wenigen Hochschulen in NRW keine Studienbeiträge fordert, spielt für den Finanzchef keine Rolle bei der Wahl der Studenten. „Wir hatten erwartet, dass sich viele wegen der Beitragsfreiheit bewerben. Aber das scheint nicht so zu sein.“
Für Harald Wellbrock hat das gestiegene Interesse eher damit zu tun, dass die Fachhochschulen „schnell und praxisorientiert“ ausbildeten. Und: Kaum jemand wähle heute noch eine Hochschule wegen eines bestimmten Professors. „Es geht um den Ruf der Hochschule.“ Die FH Düsseldorf habe in den vergangenen Jahren bei Rankings sehr gut abgeschnitten. Das liege nicht zuletzt daran, dass die Professoren und Dozenten der FH gute Betreuung leisteten. Um künftig für Studenten noch attraktiver zu werden, will die FH ihr Profil weiter schärfen. „Die Beschäftigung mit Medien zieht sich schon heute wie ein roter Faden durch alle Fachbereiche“, so Kanzler Wellbrock. „Künftig wollen wir diesen Schwerpunkt noch konsequenter ausbauen.“ Ein weiteres Flagschiff der FH ist laut Wellbrock das neue Institut für Exhibition Design: Auch dort geht es im weitesten Sinn um Medien: Vier Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter und 15 Master-Studenten pro Jahr forschen dazu, wie man Kunst-, Literatur- oder andere Ausstellungen, Museen, Messen und Events am erfolgreichsten konzipiert und dazu auch Erfahrungen der Vergangenheit nutzt.
„Es gibt dafür bisher wenige Ausbildungsmöglichkeiten, und zwar auf ganz Europa bezogen“, sagt Uwe Reinhardt, einer der vier Professoren des neuen Instituts, das von den Fachbereichen Architektur und Design gegründet wurde. „Wir reagieren mit unserem Institut auf den Bedarf, den Industrie und Gesellschaft uns signalisieren.“ Für die Studenten gebe es nahezu eine Job-Garantie. Auch das Land NRW hat den Bedarf erkannt: Es fördert das neue Institut mit 200000 Euro. Für Harald Wellbrock ein sicheres Zeichen dafür, dass das Land ein besonderes Interesse an diesem Forschungsprojekt hat.
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