Hoher Besuch zur Eröffnung: Die Kö wird feiner
VON DAGMAR HAAS-PILWAT - zuletzt aktualisiert: 26.09.2008Düsseldorf (RPO). Die Kö wird noch feiner: Der amerikanische Luxus-Juwelier eröffnet sein neues Haus. Tiffany-Direktorin Gitta Gräfin Lambsdorff überwacht die Einrichtung des Nobelgeschäfts persönlich.
Noch stehen überall Kartons und Kisten, Verlobungsringe, besetzt mit feinen Diamanten, Juwelen in Platin- und 18-Karat-Gold, seltene Perlen, kostbare Uhren und Armreifen werden mit Glacéhandschuhen in die Schubfächer eingeräumt. Die aus New York eingeflogenen Inneneinrichter hängen die letzten Bilder auf, die per Schiff aus den USA gelieferten Möbel werden genau nach Plan aufgebaut, Vitrinen und Geländer aus Edelstahl im Art-Déco-Stil blitzblank gewienert.
Der Countdown läuft, denn am Montagmorgen um 10 Uhr öffnet Gitta Gräfin Lambsdorff, Direktorin des international renommierten Juweliers Tiffany, die silber-glänzenden Türen an der Kö 18: Eines der legendären Häuser der New Yorker 5th Avenue hat dann eine noble Dependance auf Deutschlands Kauf-Allee Nr. 1.
Tiffanys Geschichte
1837 gründete Charles Lewis Tiffany am New Yorker Broadway mit 1000 Dollar Starkapital sein Warenhaus. Jeder Artikel war mit einem nicht verhandelbaren Verkaufspreis gekennzeichnet – eine revolutionäre Verkaufspolitik, die Schlagzeilen im ganzen Land machte und ihm am ersten Verkaufstag 4,98 Dollar einbrachten. Bei seinem Tod 1902 hinterließ der Unternehmer ein Vermögen von 35 Millionen Dollar.
„Endlich“, sagt Tiffanys Vizepräsident Cesare Settepassi, „wir haben lange auf diese Chance gewartet, uns auf einer der exklusivsten Shoppingmeilen niederzulassen.“
Gitta Gräfin Lambsdorff führt durch die sechs Meter hohen Räume über zwei Etagen und 300 Quadratmeter. Außen: eine Fassade aus fein geschliffenem Travertin und geflammtem Granit. Innen: Großzügigkeit im Stil des amerikanischen Mutterhauses. Ein offenes Karree mit Art-Déco-Anmutung und den typischen Details wie Makoré- oder Mahagoniholz, viel Edelstahl, eine Marmortreppe und eine zwölf Meter hohe Wand aus Natur-Stein-Mosaiken.
Diese glitzern und funkeln so wie einst, als zum „Frühstück bei Tiffany“ die falschen Diamanten des Playgirls Holly Golithtly, alias Audrey Hepburn, mit den echten Juwelen der 1837 gegründeten Luxusschmiede wetteiferten.
Während damals beim Dreh des Kultfilms das Geschäft jedoch fürs Publikum geschlossen und zum Hochsicherheitstrakt wurde, stehen die Türen an der Kö jedermann offen. „Bei uns muss keiner klingeln, das passt nicht zur einladenden amerikanischen Lebensart“, sagt die Gräfin. So ist auch das Schaufenster eher klein, man soll sich die Handwerkskunst der Juweliere lieber aus der Nähe anschauen und sich verführen lassen. Dann gibt es auch ein Gläschen Champagner beim Kauf eines der berühmten, mit Diamanten besetzten Verlobungsringe.
In Düsseldorf hat Gräfin Lambsdorff in den vergangenen Wochen nicht nur jedes Detail der Bauphase überwacht, sondern auch die Mitarbeiter eingestellt. Neben Store-Director Marie-Christine Baroness von Ungern-Sternberg werden zehn Damen und ein Herr ab Montag in grauen Uniformen und Tiffany-Tüchern die Pretiosen verkaufen. Vom Tafelsilber bis zum Manschettenknopf und Armreif, darunter Designs von Elsa Peretti, Paloma Picasso, Jean Schlumberger und Frank Gehry, werden alle in der „Blue Box“ verpackt, der 1878 erfundenen blau-türkisen Schachtel. Und jedes Teil wird weltweit seitdem auch mit einer weißen Schleife geschmückt.
„Wir haben das Binden fleißig geübt“, sagt die Baroness. Doch für die Super-Schleife, die zur Eröffnungs-Party mit Prominenz aus ganz Deutschland am 16. Oktober gebunden wird, rücken sogar Fachkräfte vom Bau an: Für einen Abend errichten sie auf dem Trottoir eine Riesen-Tiffany-Blue-Box.
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