Ingolf Lück im Savoy Theater: Die Leiden der Männer
VON ISABELLE DE BORTOLI - zuletzt aktualisiert: 31.05.2007 - 10:22Düsseldorf (RPO). Schauspieler und Comedian Ingolf Lück ist morgen mit seinem Ein-Mann-Stück „One Way“ zu Gast im Savoy Theater. Es geht um Männer, Frauen, beste Freunde - und das wahre Leben.
Ihrer Hauptfigur Frank geht es ja zu Beginn des Stückes nicht besonders gut.
Lück Kann man so sagen. Frank hat seine Freundin verloren, seinen Job und seinen besten Freund. Er wacht auf einer Parkbank auf und versucht sich - und dem Publikum - zu erklären, was eigentlich passiert ist. Er fragt sich, warum Frauen so sind wie sie sind, und warum Männer so sind, wie sie sind. Das Verhältnis zu anderen Männern ist für den modernen Mann nämlich auch gar nicht so einfach.
Was ist Frank für ein Typ?
Lück Oh, er ist ein moderner Mann. Er hat einen tollen Job, er stellt nämlich Gummiringe für Entsafter her. Eigentlich wollten wir Frank zu einem Gewinnertypen machen, aber das hat dann doch nicht funktioniert. Er ist eben doch ein Verlierer. Ein sehr komischer Verlierer.
Wie viel Ingolf steckt in Frank?
Lück Frank ist mein Alter Ego, mein Halbbruder. Wir haben ihm bloß einen anderen, normaleren Beruf gegeben. Die Dinge, über die er nachdenkt, sind auch die Dinge, die mich bewegen. Dinge aus meinem eigenen Alltag. Zum Beispiel, wenn Frank über unterschiedliche Männertypen nachdenkt: Neulich habe ich meine Tochter zur Schule gebracht: Das Auto war dreckig, mein T-Shirt war auch dreckig. Vor mir steigt ein tip-top-angezogener Anzug-Typ aus seinem tip-top-sauberen Auto, das Töchterchen an der Hand. Da frag ich mich natürlich auch: Was hast Du bloß falsch gemacht?
Wie lange haben Sie an „One Way“ gearbeitet?
Lück Geprobt etwa sechs Wochen. Ich habe es bis jetzt zehn Mal gespielt. Dadurch, dass das Publikum ein wenig mitspielt - aber ohne auf der Bühne zu sein - ändert sich auch bei jeder Aufführung etwas. Und es ist ein sehr lustiges Stück.
Ist es anstrengend, allein auf der Bühne zu sein?
Lück Man muss sich die ersten Auftritte mit einem neuen Stück wie einen Marathonlauf vorstellen: Beim ersten Mal ist es noch unheimlich anstrengend, später gewöhnt man sich daran. Was wirklich anstrengend ist, ist die Zeit vor dem Auftritt: Man fährt alleine hin, bereitet sich alleine vor, macht alleine Atemübungen... auf der Bühne bin ich ja dann nicht mehr alleine, dann ist ja das Publikum da.
Freuen Sie sich auf die Düsseldorfer?
Lück Ich wohne ja seit 20 Jahren in Köln. Das Kölner Publikum ist schon sehr speziell, das ist diese Millowitsch-Tradition, die klatschen ja schon, wenn man noch gar nicht auf der Bühne ist. Und wenn man dann ein lustiges Stück spielt, weiß man gar nicht, wie man die noch bremsen soll. Düsseldorf liegt ja näher an meiner alten Heimat Bielefeld, da wird es mit der Verständigung keine Probleme geben.
Wann waren Sie zuletzt in Düsseldorf?
Lück Das ist schon Jahre her. Zuletzt im Düsseldorf Theater gespielt habe ich Anfang der 90er Jahre, da war ich am Schauspielhaus engagiert. Danach war ich noch ein paar Mal zum Fußballspielen da.
Zur Zeit machen Sie mehr Theater als Fernsehen.
Lück Das stimmt. Mein letztes Stück „Caveman“ habe ich über 200 Mal gespielt. Der Lück auf der Bühne ist nicht der Lück, den man aus dem Fernsehen kennt. Man kann „One Way“ ansehen, ohne jemals fern gesehen zu haben. Zur Zeit arbeite ich schon an einem neuen Stück, das noch sehr viel persönlicher wird. Ich werde ja nächstes Jahr 50.
Isabelle De Bortoli führte das Interview.
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