Annett Renneberg: Die Neue an Stolbergs Seite
zuletzt aktualisiert: 30.09.2009 - 07:44Düsseldorf (RPO). Millionen TV-Zuschauer kennen sie als hübsche Sekretärin Signorina Elettra aus den in Venedig spielenden Donna-Leon-Krimis. Jetzt geht Annett Renneberg (31) auch am Rhein auf Mörderjagd: als Catharina Brandt im ZDF-Krimi Kommissar "Stolberg".
Ab 23. Oktober sind Sie Freitagsabends an der Seite von "Kommissar Stolberg"(Rudolf Kowalski) im ZDF zu sehen. Wie kam es zu der Rolle als Oberkommissarin "Catharina Brandt"?
Renneberg Meine Vorgängerin im Stolberg-Team, Victoria Mayer, ist Mama geworden und schied aus der Serie aus. Ich wurde zum Casting eingeladen, spielte in Kostüm und Maske zwei Szenen mit meinen potentiellen neuen Kollegen Rudolf Kowalski und Aurel Manthei – und war dabei.
Was ist das für eine Frau, diese Oberkommissarin?
Renneberg Catharina Brandt ist eine ehrgeizige und zielstrebige junge Frau, die aus Berlin nach Düsseldorf gekommen ist. Sie legt Wert auf gepflegtes Erscheinungsbild, ist sehr ordentlich und korrekt, entscheidet und handelt schnell. Sie ist einfühlsam, lässt sich das aber nicht gerne anmerken. Sie verliert höchst ungern die Kontrolle – harte Schale, weicher Kern.
Und wie harmoniert sie mit dem meist in sich gekehrten und zuweilen stoischen Chef, Kommissar Stolberg?
Renneberg Die beiden arbeiten gut zusammen. Sie ist – wie Stolberg – sehr engagiert bei der Arbeit. Zu Beginn gibt es kleine Kabbeleien mit ihrem Kollegen Florian (Aurel Manthei). Aber das Einarbeiten als Neue in einem Team ist eben nicht nur rosarot…
Kannten Sie vor den Dreharbeiten Ihr Einsatzgebiet Düsseldorf schon?
Renneberg Ja, ich war vor einigen Jahren dort mal mit einem Freund Japanisch essen. Die Atmosphäre in der Stadt hat mir gefallen, besonders die Altstadt und das lange, schöne Rheinufer.
Beherrschen Sie als gebürtige Thüringerin, die lange in Berlin gelebt hat, eigentlich den rheinischen Dialekt – und wird der in Ihrer Rolle auch mal gefordert?
Renneberg Ich spreche das Rheinische ein wenig, ja – meine Familie mütterlicherseits stammt aus Köln. Aber in meiner Rolle ist der Dialekt nicht relevant, dann schon eher das Berlinerische, weil Catharina Brandt ja daher kommt.
Können Sie aus der ersten Staffel mit Ihnen schon etwas Spannendes verraten?
Renneberg Ja, da passiert etwas mit mir. In der vierten und letzten Folge dieser Staffel, die am 13. November gesendet wird, werde ich entführt. Und zwar von Peter Lohmeyer!
In der Donna-Leon-Serie mit Commissario Brunetti aus Venedig spielen Sie Signorina Elettra, die hübsche und fähige Sekretärin des Polizeichefs. Was hat sie gereizt, bei Stolberg wieder eine Assistentinnen-Rolle anzunehmen?
Renneberg Ich sehe und empfinde beide Rollen eher nicht als ‚Assistentinnen'. In einer Firma sind doch nicht alle, die nicht Abteilungsleiter sind, gleich Assistenten. Elettra ist die Sekretärin des Chefs – ein eigenständiger Beruf und eine überaus eigenständige Person. Und Catharina Brandt ist Oberkommissarin – Stolberg ist Hauptkommissar und ihr Chef, aber sie sind halt Kollegen.
Wären Sie denn selbst mal gerne die federführende Ermittlerin, zum Beispiel im "Tatort"?
Renneberg Erstmal sammel' ich jetzt bei Stolberg Erfahrungen im Fernseh-Polizeidienst. Über weitere Möglichkeiten denke ich im Moment noch nicht nach.
Man kennt Sie auch aus ganz unterschiedlichen Theater- und Kinorollen, aber nun sind Sie schon bei der zweiten prominenten Krimi-Serie dabei. Sind Sie eine Krimi-Liebhaberin, lesen und schauen Sie gerne Krimis?
Renneberg Nein, ich bin eigen-tlich überhaupt keine Krimi-Leserin. Aber in Deutschland werden nun mal viele Krimis gedreht, da gibt es dann eben auch viele Rollen darin zu besetzen.
Die Signorina Elettra spielen Sie seit dem Jahr 2000 und bald sollen neue Folgen in Venedig gedreht werden. Sie haben die Bestseller-Autorin Donna Leon selbst kennengelernt – wie kam's dazu und wie verstehen Sie sich?
Renneberg Vor zwei Jahren erhielt ich – auf ihren Wunsch hin – eine Anfrage für eine Lesung aus ihrem neuen Buch. Sie las es auf Englisch, ich auf Deutsch. Wir haben uns sehr gut verstanden, teilen z.B. die Liebe zur Literatur und zur Musik – wenn auch bei Wagner unsere Meinungen auseinander gehen. Dieses Jahr haben wir an zwei Abenden zusammen gelesen. Danach hat sie mich übrigens darin bestärkt, trotz der unüberschaubaren Lage unmittelbar nach den Wahlen zu Lesungen in den Iran zu reisen (wo Donna Leon übrigens in den 70er Jahren englische Literatur lehrte und Arbeitsverbot erhielt, weil sie sich weigerte, sich bei der Lehrtätigkeit zu verschleiern). Seither haben wir immer wieder Kontakt. Ich schätze ihren wachen Geist, ihre Offenheit und ihren Humor. Und ich freue mich sehr darüber, dass ihr meine Elettra-Darstellung gefällt.
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