Sieben Geburten: Die Neujahrsbabys
VON DIRKE KÖPP - zuletzt aktualisiert: 02.01.2009 - 09:09Düsseldorf (RPO). Sieben Kinder wurden in der Neujahrsnacht und bis zum frühen Mittag in den Kliniken der Stadt geboren. Allein in der Uniklinik holten Hebammen und Ärzte sechs Säuglinge auf die Welt. Die Eltern sind überglücklich – und teilweise auch etwas überrascht, wie schnell eine Geburt gehen kann.
Von ihrer Tasche mag sich Hannah gar nicht mehr trennen. Immerhin ist sie ein Geschenk ihrer kleinen Schwester Theresa – und die wurde erst gestern um 4.13 Uhr in der Uniklinik geboren. „Die Tasche hat mir das Baby mitgebracht“, erzählt die dreijährige Hannah fröhlich, während ihre Mutter Susanne Jung Säugling Theresa im Arm hält und Vater Nils erste Fotos macht.
Theresa (3480 Gramm, 51 Zentimeter) ist eines von sechs Babys, die gestern zwischen Mitternacht und 14.04 Uhr in der Uniklinik geboren wurden. Das erste Kind, ein Frühchen, kam um 3.28 Uhr zur Welt, nach Theresa wurden um 8.29 Uhr, 8.59 Uhr, 9 Uhr und 14.04 Uhr weitere Neujahrskinder geboren. „Es war ganz schön viel los heute Nacht bei uns“, erzählt Assistenzärztin Mareike Braun, die ihren Dienst um 8 Uhr antrat, und lacht.
„Wir sind total überwältigt“
Eines der Kinder, die gleich zu ihrem Dienstbeginn auf die Welt kamen, ist Tim (3800 Gramm, 52 Zentimeter). Seine Eltern, Cornelia und Michael Willmann, nennen ihren ersten Sohn scherzhaft „Turbo-Tim“. Denn der Kleine hatte sich kaum mehr als eine Stunde Zeit gelassen von der ersten Wehe bis zu seiner Geburt – und dabei war seine Mutter erst für den 7. Januar ausgezählt gewesen. „Wir hatten kaum Zeit, einen klaren Gedanken zu fassen“, erzählt Vater Michael. „Dabei hatten wir vorgesorgt mit Entspannungs-CDs und Fresspaketen. Jetzt sind wir total überwältigt.“
Ein wenig überrascht waren auch Sevinç und Ali Riza Beydagi. Sie hatten nicht vor dem 6. Januar mit ihrem Sohn (3120 Gramm, 49 Zentimeter) gerechnet, der es gestern so eilig hatte, dass die Eltern sich noch gar nicht zwischen den verschiedenen Namen entscheiden konnten, die sie sich überlegt hatten. „Spätestens heute Abend aber hat er einen Namen“, sagt Ali Riza Beydagi und lächelt ein wenig verlegen.
Nur eine Minute nach dem kleinen Beydagi-Stammhalter tat um Punkt 9 Uhr Beyza (3260 Gramm, 49 Zentimeter) ihren ersten Schrei. Die Kleine ist das zweite Kind, aber die erste Tochter von Asiye und Ismail Önal – „und ich glaube, mein Sohn ist nicht so begeistert, dass ich ihn heute Nacht alleine gelassen habe“, sagt Mutter Asiye und muss ein wenig schmunzeln. Doch wenn Beyza und ihre Mutter erst mal wieder zu Hause sind, wird sich der zweijährige Adilhan schon über sein Schwesterchen freuen. Da ist sich die Mutter ganz sicher.
Ein weiteres Neujahrsbaby kam im Marienhospital zur Welt: David (2700 Gramm, 50 Zentimeter). Mutter Susanne Umrykhina hatte eine eher abenteuerliche Fahrt ins Krankenhaus: Als sie gegen 5.30 Uhr die ersten Wehen verspürte, schnappte sie sich das Telefon und wollte ein Taxi rufen. Leichter gesagt als getan. In der Silvesternacht waren die Taxi-Leitungen permanent besetzt. „Ein bisschen nervös bin ich da schon geworden“, sagt die junge Mutter. Als sie schließlich einen Wagen bestellt hatte, schleppte sie eigenhändig ihren zweieinhalbjährigen Sohn Artur, zwei Reisetaschen und Arturs Kinderwagen die Treppe hinunter zur Straße. Vier Stockwerke tief. Da sie nicht alles gleichzeitig tragen konnte, erzählt sie, „musste ich eben mehrmals laufen“. Glücklich im Krankenhaus angekommen, ließ sich David nicht mehr viel Zeit: Um 8.15 Uhr hatten Mutter und Kind es geschafft.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





