Die Rolling Stones kommen: Die Ohrfeige von Mick Jagger
zuletzt aktualisiert: 11.08.2007 - 10:43Am Sonntag landen die Rolling Stones in Düsseldorf. Sie geben am Montag ein bislang noch nicht ausverkauftes Konzert in der LTU-Arena. Schon 1960, aber auch häufiger in den Jahren danach, war die Band um Mick Jagger am Rhein.
Nein, die Stones dürften bei ihm nicht übernachten, meinte im Oktober 1973 ein anonym gebliebener Düsseldorfer Hoteldirektor. Warum er diese berühmte Band als Gäste ablehne? Beim letzten Besuch vor einigen Jahre habe Mick Jagger ihn geohrfeigt, so der Hotelchef - da komme es für ihn überhaupt nicht in Frage, diesem Mann noch mal ein Zimmer anzubieten. Für die Stones hieß das, dass sie sich für die Zeit der drei Konzerte in der Essener Grugahalle eine andere Herberge suchen mussten.
Drei Konzerte in Folge sind in diesem Jahr nicht mehr drin. Schon das eine in der LTU-Arena am Montag ist nicht ausverkauft. Es wurden sogar Freikarten unters Volk gebracht, und im Internet blinkt‘s immer noch: Restkarten stehen zur Verfügung.
Krawalle im September 1960
Mick Jagger & Band waren schon häufiger am Rhein: vermutlich das erste Mal am 12. September 1960. Damals wurden sie von einer Horde von Fans begrüßt, die so massiv an einem Gitter rüttelten, das dies aufsprang und die Stones-Anhänger aufs Flugfeld drängten. Sie konnten zwar zurückgedrängt werden, die Feuerwehr setzte aber trotzdem Wasserwerfer ein. Daraufhin warfen die Fans Steine, lieferten sich sich später eine regelrechte Schlacht mit der Polizei.
Im September 1965 dann flogen die Stones von Lohausen nach Hamburg, hatten zuvor zwei Nächte im Savoy-Hotel übernachtet. „Nein, von damals arbeitet jetzt niemand mehr hier”, hieß es am Freitag bedauernd im Hotel. Also von dort keine Zeitzeugen.
Aber vielleicht sind diese und ihre Erfahrungen auch nicht nötig, wenn die Stones an der Kö absteigen. Vielleicht sind die älteren Herren ja ganz gelassen, feiern keine wilden Partys mehr, sondern wollen einfach nur etwas ruhen vor dem Konzert. Danach jedenfalls heben sie schon wieder ab in Richtung Heimat. Am Mittwoch spielen sie erneut in Deutschland: in Hamburg.
Im Oktober 1973 landete die Band in Lohausen, um während ihrer 20-Städte-Tournee drei Abende in Essen zu spielen. Ihr Quartier schlugen die Musiker dann notgedrungen in einem Hotel nahe Solingen auf, wurden dorthin mit elf Limousinen gefahren. Damals hatte Mick Jagger mindestens eine merkwürdige Leidenschaft: Er trank gerne eiskalten deutschen Wein Liebfrauenmilch. Und er hatte Angst vor einem Hund: Der Zoll legte Wert darauf, die Maschine mit den Rockstars gründlich zu durchsuchen. Dass die Beamten dabei auch einen Rauschgifthund einsetzten, beunruhigte Jagger. Er fragte immer wieder „Where is the dog?”
Im Juni 1998 dann ein Konzert in Düsseldorf im Rheinstadion. Karten kosteten 160 Mark. 65.000 wollten die Musiker damals sehen und hören.
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