Einer für alle - alle für einen: Bundesliga-Trainer Irmler setzt auf besondere Tugenden: Die Spanier und der Teamgeist
zuletzt aktualisiert: 19.05.2004 - 08:48Düsseldorf (dto). Detlev Irmler setzt seit Jahren auf die spanischen Gastarbeiter. Und fährt damit gut und Erfolge ein. Der Teamchef der Bundesliga-Mannschaft des Rochusclub verpflichtet gerne und häufig spanische Profis, zumal sie als ausgewiesene Sandplatzspezialisten gelten. Außerdem weisen sie menschliche Qualitäten vor, dank derer sich aus Einzelkämpfern eine schlagkräftige Truppe formen lässt. "Ich kenne nur zwei Länder, in denen die Spieler ein kameradschaftliches Teamverhalten leben: Das sind die Schweden und eben die Spanier."
Und gerade die Südeuropäer müssen beim Arag World Team Cup auf gerade diesen Mannschaftsgeist setzen. Denn sie plagen die größten personellen Probleme. Nach der Auftaktniederlage gegen Deutschland meldete sich die Nummer eins, Feliciano Lopez, mit Hüftbeschwerden und einer Erkältung krank. Und in der zweiten Partie in der Roten Gruppe gegen Chile hat nun auch noch die Nummer zwei, Albert Costa, die Segel gestrichen. Beim Stand von 1:4 gegen Nicolas Massu gab der 28-Jährige wegen einer Zerrung auf.
Mannschaftsgeist war gefragt. Denn Spanien musste gegen den Titelverteidiger unbedingt gewinnen, um seine Chancen auf den Finaleinzug zu wahren. Doch Alex Corretja konnte in seinem Einzel gegen Fernando Gonzalez nicht den Ausgleich erzwingen und damit die Partie offen halten. Damit ist der viermalige Mannschafts-Weltmeister raus aus dem Rennen um die 420 000 Euro Siegprämie. In drei Sätzen (4:6, 6:3, 2:6) unterlag der 30-Jährige, der es in diesem Jahr auf der Profi-Tour noch einmal wissen will. Verbessert er sich in der Weltrangliste (derzeit 94.) nicht, wird er seine Karriere wohl zum Jahresende beenden.
Lopez verletzt, Costa verletzt - ihr Pech war Galo Blancos Glück. Der Bundesliga-Spitzenspieler des Rochusclubs wurde flugs als Ersatzmann für Costa nominiert. Zu einem Einsatz im Doppel kam es aber nicht. Denn Lopezq Blitzheilung verhinderte den zweiten Auftritt für sein Land auf "seiner" Anlage. Detlev Irmler freute sich dennoch über Blancos Ankunft. "Bald habe ich meine halbe Mannschaft hier", scherzte der Bundesliga-Teamchef. Denn auch Lopez schlug im vergangenen Jahr noch für die Düsseldorfer auf.
Auch wenn Blanco nicht zu einem Einsatz gegen Chile kam: Er wird es verkraften. "Die Spanier haben einen so tollen Teamgeist", sagt Irmler. Und sie helfen sich auf dem Weg an die Tennis-Spitze. "Für sie ist die Unterstützung eines Landsmannes keine Schwächung der eigenen Position, sondern sie stärken sich damit selbst." So hat zum Beispiel Carlos Moya, auch schon des öfteren Mitglied der spanischen Mannschaft beim World Team Cup, eine Art Patenschaft für das 17-jährige Talent Rafael Nadal übernommen.
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