Marionetten Theater: Die Wilde 13 am Faden
VON BIRGIT WANNINGER - zuletzt aktualisiert: 04.10.2009 - 12:00Düsseldorf (RPO). Die Abenteuer gehen weiter: Michael Endes Jim Knopf und die Wilde 13 sind ab nächster Woche live auf der Bühne des Düsseldorfer Marionetten Theaters zu sehen. Doch bis zur Premiere gibt es noch jede Menge zu tun.
Die Köpfe für die Piraten fehlen noch. Die will Anton Bachleitner am Wochenende zuhause fertigstellen - „wenn kein Telefon läutet, und ich meine Ruhe habe“, sagt er. Denn die Situation ist wie immer. Der Chef des Düsseldorfer Marionetten Theaters und seine Mitarbeiter machen jede Menge Überstunden, weil die Zeit drängt: Am Donnerstag ist Premiere.
"Wir spielen live"
Michael Endes „Jim Knopf und die Wilde 13“ - eines der bekanntesten Kinderbücher steht auf dem Spielplan. Und es zählt auch zu den bekanntesten Marionetten-Stücken der Augsburger Puppenkiste. „Wir können nicht wie die Augsburger arbeiten, wir spielen live“, sagt Bachleitner, der Perfektionist. Deshalb muss alles passen.
Während er auf der Bühne steht, wackelt das Meer - und kippt plötzlich um. „Für diese Kulisse brauchen wir mehr Standfestigkeit“, sagt er und verschwindet durch einen schwarzen Vorhang, vorbei an 50 kleinen Seepferdchen - jedes handgemacht. „Die werden bei der Unterwasserfahrt die Lokomotive Emma ziehen“, sagt er. Keine Frage, der Theaterleiter, Regisseur, Drehbuchautor, Puppenschnitzer und -spieler in Personalunion kennt seinen Michael Ende.
Er geht in sein Büro, während im Theater ein lautes Puffen, Quietschen und Donnern zu hören ist. „Emma“, sagt er, lacht und meint damit die Lokomotive. Auch wenn die Zeit drängt, Bachleitner nimmt‘s gelassen. Denn jede Menge Vorarbeit sei geleistet worden - zumal mit der Premiere von „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ im vergangenen Jahr Musik, Tonaufnahme und Bühnenkonzept bereits mit erarbeitet worden seien.
Illusionen schaffen
Allerdings gibt es neue Figuren und Schauplätze. Und schon beginnt vor den Augen des Theaterchefs eine Szene nach der anderen abzulaufen. Er schwärmt von der Unterwasserfahrt, beschreibt die Reise durch die Magnetklippen und erklärt das Meeresleuchten. Bachleitner arbeitet mit Tricks. So können Berggipfel abfallen und sich ein blauer Himmel dank eines kleinen Hebels in Gewitterwolken verwandeln. Das geht so schnell, dass der Zuschauer davon nichts mitbekommt.
Bachleitner schafft Illusionen. Beeindruckend die gewaltige Stimme von König Lormoral, während seine niedliche Tochter, die Seejungfrau-Prinzessin Susulapitschi, piepsige Töne von sich gibt und bezaubernd aussieht. Sie ist seit ein paar Tagen komplett fertig geschnitzt. Da gilt auch für den Goldenen Drachen der Weisheit. All diese Figuren helfen Jim Knopf und Lukas bei ihren Abenteuern mit den Lokomotiven Molly und Emma durch wundersame Welten, um wieder nach Hause, nach Lummerland zu kommen.
Das Piraten-Schiff sieht beeindruckend aus. Es gibt es in zwei Größen. Fehlen noch die 13 Piraten. Doch hier schummelt Bachleitner. „Wir haben nur sechs, weil wir nicht so viele Puppenspieler sind“, sagt er. Das wird das Publikum nicht merken. Jetzt muss er nur noch die Piratenköpfe schnitzen. Dafür hat er bis Donnerstag Zeit.
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