Studentin vergewaltigt, Baby zu Tode misshandelt: DNA-Test verrät Gewalttäter erneut
VON WULF KANNEGIESSER - zuletzt aktualisiert: 14.02.2008 - 10:27Düsseldorf (RPO). Ende 2005 war er als Angeklagter vor dem Düsseldorfer Landgericht knapp einer harten Bestrafung entgangen. Damals konnte nicht nachgewiesen werden, ob der 24-jähriger Familienvater seine fünf Wochen alte Tochter Jill durch übelste Misshandlungen zu Tode gebracht hatte - oder ob womöglich seine Freundin die Täterin gewesen ist. Erst nach dem Urteil wurde ihm damals eine DNA-Probe entnommen. Und deren Ergebnis bringt ihn jetzt zurück auf die Anklagebank. Sechs Jahre nach der Vergewaltigung einer Studentin in Düsseldorf konnte die Justiz diese alptraumhafte Tat anhand der DNA-Probe des 24-Jährigen aufklären. Und diesmal hat er ein Geständnis abgelegt.
Rückblende: Der Tod von Baby Jill hatte 2005 in einer Neusser Hochhaussiedlung für Entsetzen gesorgt. Die Jugendstrafkammer des Düsseldorfer Landgerichts ließ im Prozess gegen die Eltern nichts unversucht, um die schreckliche Tat aufzuklären. Nach schwersten Misshandlungen hatten die Eltern ihre kleine Tochter Jill tagelang ohne ärztliche Hilfe qualvoll leiden lassen. Als dann ein Arzt alarmiert wurde, war Jill klinisch tot. Die Obduktion ergab, dass die Schädeldecke des Säuglings durch Gewalteinwirkung zentimeterlang aufgesprungen war. Die Folge waren tödliche Hirnschäden. Im Prozess beschuldigten sich beide Eltern gegenseitig als Täter.
Serienweise wurden Zeugen vernommen, Gutachter befragt, die Angeklagten mit Widersprüchen konfrontiert. Doch nach monatelangem Ringen um die Wahrheit konnten die Richter nur sagen: „Wir sind sicher, dass einer der Angeklagten für den Tod des Kindes verantwortlich ist. Aber wer das war, ist nicht festzustellen.“ Beide konnten nur wegen Misshandlung eines Schutzbefohlenen belangt werden. Der Vater erhielt zwei Jahre, acht Monate Haft, die Mutter bekam eine Jugendstrafe von zwei Jahren und vier Monaten. Jetzt aber hat der Staatsanwalt anhand der DNA-Probe im Sündenregister des 24-Jährigen noch weiter zurückgeblättert.
Studentin nachts überfallen
In einer Februarnacht 2002 war eine Studentin auf dem Heimweg an der Düsseldorfer Simrockstraße einem Fremden begegnet. Der Mann folgte ihr, bedrohte sie mit einer Pistole, drängte sie in ihre Wohnung und hat sie dort vergewaltigt. DNA-Spuren von damals belegen jetzt, dass dieser Täter der Vater von Baby Jill war. Dafür wird ihm im April ein neuer Prozess gemacht. Außerdem soll er die Mutter seiner Kinder und spätere Mitangeklagte im Prozess um den Tod von Baby Jill in der Ratinger Wohnung ihrer Eltern vergewaltigt haben. Doch weil er das hartnäckig leugnet, will sich die Justiz jetzt nur auf die Gewalttat an der Studentin konzentrieren.
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