Werbung für die Stadt: Dreharbeiten als Wirtschaftsfaktor
VON JENNIFER KOCH - zuletzt aktualisiert: 20.12.2009 - 10:30Düsseldorf (RPO). Filmproduzenten mögen Düsseldorf: Mehr als 60 Produktionen gab es dieses Jahr in der Landeshauptstadt. Die Filme sind im In- und Ausland nicht nur kostenfreie Werbung für die Stadt, sie fördern auch die ansässige Branche. Und die Filmcrews geben während der Arbeiten viel Geld aus.
Cosma Shiva Hagen war da, Dieter Nuhr gleich viermal, Senta Berger kam im Mai und brachte den internationalen Star Bruno Ganz mit. Düsseldorf war 2009 Drehort für zahlreiche Filmproduktionen und Fernsehshows. 2008 schaffte die Landeshauptstadt es sogar bis zum Filmfestival in Cannes. Kultregisseur Wim Wenders hatte mit dem Toten-Hosen-Sänger Campino in Düsseldorf gedreht.
Mehr als 60 Film- und Fernsehproduktionen werden jährlich am Rhein gefilmt. Das ist nicht nur für die Stadt eine kostenfreie Werbung im In- und Ausland, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor. Denn die Filmszene hat einen positiven Einfluss auf verschiedene Branchen, die mit ihren Dienstleistungen selbst zum Gelingen des Films beitragen. Außerdem lassen die Filmcrews viel Geld in der Stadt. 400 000 Euro gab das Team, das 2004 in Düsseldorf "Ein Freund von mir" drehte, aus. 519 000 Euro betrugen die Ausgaben der Produktionsfirma für den TV-Spielfilm "Die Frau des Sizilianers" im Jahr 2003.
Gewitter erschreckte Anwohner
Regelmäßige Gäste am Rhein sind die Macher der Serien "Verbotene Liebe", "Alarm für Cobra 11" und "Kommissar Stolberg". Auch wenn dafür Straßen gesperrt werden müssen – die positiven Auswirkungen überwiegen. Selbst wenn, wie bei den Dreharbeiten von "Satte Farben vor Schwarz" mit Senta Berger und Bruno Ganz, die Nachbarn vom Ausmaß so manchen Drehs überrascht sind. So reagierten im Düsseldorfer Osten die Anwohner erschrocken auf ein mit Windmaschine und blitzenden Scheinwerfern erschaffenes Gewitter. Eine Entschuldigung der Produktionsfirma konnte die Bürger beruhigen.
Auch TV-Shows finden in Düsseldorf eine Heimat. So strahlte Dieter Nuhr in diesem Jahr viermal vom Residenz-Theater aus sein Programm aus. Und in der Esprit-Arena drehte der WDR den Dreiteiler "Experiment Fußball". Das sportliche Thema wird in der Wissenschaftssendung auf Physik und Informatik untersucht, Testspiele sollen Veränderungen zeigen, denen der Fußball unterliegt.
Der Boom der Dreharbeiten begann in Düsseldorf in den 90er Jahren. Damals nahm die Filmstiftung NRW ihre Arbeit in der Landeshauptstadt auf. Mittlerweile steigen die Zahlen jährlich. 2008 kamen allein die Filme, die von der NRW-Filmförderung profitierten, auf 977 Drehtage, im Vorjahr waren es 762. Eine zentrale Anlaufstelle bei der Stadt erleichtert den Fernsehmachern die Arbeit. "Es ist ein Motivbündel, das für Düsseldorf spricht", erklärt Michael Kosiedowski, Fachreferent für die Betreuung von Film- und Fernsehproduktionen beim Oberbürgermeister. "Es gibt hier interessante Architektur, lokale Dienstleister, flache Bürokratie und eine aufgeschlossene Bevölkerung."
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