Zwischen Kö und Medienhafen: Drehort Düsseldorf zieht Produzenten an
VON VASSILIOS KATSOGRIDAKIS - zuletzt aktualisiert: 28.09.2005 - 08:52Düsseldorf (dto). Es knallt und kracht in Düsseldorf, Flammen schlagen in den Himmel, Straßen sind abgesperrt, während die Polizei informiert ist und die Feuerwehr nur zuschaut. Szenen die sich in letzter Zeit immer wieder in der Landeshauptstadt abspielen, doch gibt es keinen Grund zur Beunruhigung. Bei den spektakulären Unfällen handelt es sich um Dreharbeiten für die Actionserie "Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei". Düsseldorf wird immer öfter als Kulisse für Film- und Werbeproduktionen genutzt. Film wird zunehmend zum Wirtschaftsfaktor für die Stadt.
Für viel Aufsehen sorgten die Dreharbeiten zum Streifen „Der Clown“. Der Kinofilm zur gleichnamigen Action-Serie kostete insgesamt acht Millionen Euro und wurde unter anderem auf der Königsallee gedreht. „Am Wochenende gab es für die Produktion in Los Angeles den World Stunt Award, wo der Film in der Kategorie bester ausländischer Film ausgezeichnet wurde“, freut sich Michael Kosiedowski über den Erfolg des teilweise in Düsseldorf entstandenen Kinofilms. Kosiedowski betreut die Film- und Fernsehproduktionen der Landeshauptstadt und ist in der Film-Branche als „Location-Manager für Düsseldorf“ bekannt. „
Der Dreh-Boom in Düsseldorf begann Anfang der neunziger Jahre, als die privaten Fernsehsender Bedarf an neuen Formaten hatten“, erklärt Kosiedowski die Geburtsstunde des Drehorts Düsseldorf: „Zudem wurde 1991 die Filmstiftung NRW mit Sitz in Düsseldorf gegründet, die beachtliche Fördermittel ausstreut.“ Warum grade Düsseldorf so beliebt bei Filmschaffenden ist erklärt Kosiedowski in drei Punkten:
„Filmemacher finden in Düsseldorf ein attraktives und noch nicht verbrauchtes Stadtbild. Darüber hinaus gibt es viele lokale Dienstleister, von der Maskenbildnerin bis zum Catering, die in Düsseldorf ansässig sind und damit billiger sind.“ Ein weiterer Punkt sich für die Landeshauptstadt als Drehort zu entscheiden, ist laut Kosiedowski die aufgeschlossene Stadtverwaltung und Polizei, die Anfragen zu Drehgenehmigungen möglichst unbürokratisch löst.
Neben Action-Serien und Kinofilmen wurden im vergangenen Jahr auch große Fernsehfilme zwischen Königsallee und Medienhafen gedreht. „Der ARD-Zweiteiler Vera – Die Frau des Sizilianers mit Mario Adorf und Heinz Hoenig hat Düsseldorf etwa 520.000 Euro eingebracht, die für Hotels, Mietwagen, Komparsen oder Drehgenehmigungen ausgegeben wurden“, so Kosiedowski. „Wie viel Geld insgesamt in der Stadt bleibt, wird momentan noch nicht erhoben“, erklärt Stephan Lorsbach von der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung in Düsseldorf, die am Dienstagabend eine Veranstaltungsreihe zum Thema Filmwirtschaft in Düsseldorf startete. Allerdings verspricht sich Lorsbach, dass eine Erhebung zeigen wird, welches wirtschaftliche Potential für Düsseldorf tatsächlich in der Filmbranche steht. Konkrete Zahlen soll es schon in Kürze geben.
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