63-Jährige vergewaltigt: Drei junge Männer planten Raubmord
VON WULF KANNEGIESSER - zuletzt aktualisiert: 11.07.2008 - 08:48Düsseldorf (RPO). Die Jugendkammer des Landgerichts bereitet sich aktuell auf einen der wohl spektakulärsten Prozesse des Jahres vor. Gegen drei junge Männer hat die Staatsanwaltschaft jetzt gleich mehrere Anklagen erhoben, unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs, wegen Erpressung und Vergewaltigung einer 63-jährigen, geistig behinderten Nachbarin sowie wegen Mordversuchs an einem Taxifahrer. Wann die Verhandlung gegen das Trio beginnt, das zur Tatzeit zwischen 16 und 20 Jahre alt war, steht noch nicht fest.
Binnen weniger Wochen im März 2008 haben die Tatverdächtigen aus Flingern offenbar immer massivere Gewalttaten verübt. Angefangen hatte es laut Anklage damit, dass sie Anfang März bei einer 63-jährigen Nachbarin klingelten, die geistig behinderte Frau in ein Gespräch verwickelten und derweil ihren Fernseher, Zigaretten, Werkzeug und Bargeld aus ihrer Wohnung trugen.
Tage danach sollen sie vom Sohn des Opfers 35 Euro verlangt haben, sonst würde seiner „Mutter etwas passieren“. Ende März haben sie die schutzlose Lage der Behinderten dann angeblich dazu ausgenutzt, die Frau zum Oralverkehr zu zwingen, sie zu demütigen, indem sie ihren Leib mit Filzstift bekritzelten - und das Opfer wenige Tage später dann in ihrer Wohnung fesselten und vergewaltigten.
In der Zwischenzeit, wenn sie gerade nicht ihre Nachbarin drangsaliert oder vergewaltigt haben, sollen sie tagelang in einem aufgebrochenen Gartenhaus in Flingern gewütet, die dortige Einrichtung zerstört und Wertsachen gestohlen haben. Ende März sollen sie dann gar einen Raubmord an einem Taxifahrer geplant haben. Tatsächlich ließen sich die drei Verdächtigen in einer Märznacht von einem Taxifahrer zum Messegelände bringen.
Einer der Angeklagten, der auf dem Rücksitz saß, soll bereits Einweghandschuhe angezogen und ein Messer gezückt haben. Doch weil das Taxi von Zivilstreifen der Polizei unentwegt verfolgt wurde, was die Angeklagten bemerkt haben sollen, mussten sie laut Anklage ihren Mordplan aufgeben. An der Üdinger Straße ist es den Einsatzkräften der Polizei damals gelungen, das Taxi zu stoppen, die drei Angeklagten festzunehmen.
Kommt das Landgericht im bevorstehenden Prozess zum Ergebnis, dass alle drei Angeklagte wegen ihrer Jugend oder ihrer Reifeverzögerungen noch nach Jugendrecht zu beurteilen sind, dann können die Tatverdächtigen zu maximal zehn Jahren Jugendstrafe verurteilt werden.
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