Dealer gefasst: Drogen verkauft, Porsche gefahren
VON DANIEL MÜLLER - zuletzt aktualisiert: 13.02.2008 - 15:15Die Düsseldorfer Polizei hatte nicht erwartet, dass ihnen so große Fische ins Netz gehen würden. Schon länger hatten die Beamten einen 23-jährigen Düsseldorfer beobachtet, der trotz Arbeitslosigkeit auf großem Fuß lebte und mitunter mit dem Porsche bei seiner Freundin vorfuhr.
Als er am vergangenen Donnerstag in der Wohnung seiner Freundin in Ratingen verhaftet wurde, überraschte es die Beamten nicht, 350 Gramm Marihuana bei ihm zu finden. In seiner Aussage gab der junge Mann aber auch die Namen der Männer preis, von denen er den Stoff gekauft hatte. Auch sagte er aus, die Brüder Mustafa (26)und Muhammed A. (29) hätten ihm eine Schusswaffe zum Kauf angeboten. Diese habe er aber nicht haben wollen.
Dealer ruft Polizei
Inzwischen hatte Mustafa A. die Freundin des 23-Jährigen, die nach den bisherigen Erkenntnissen nicht in den Drogenhandel verstrickt ist, angerufen und ihr gedroht. Denn Mustafa hatte dem 23-Jährigem den Stoff auf Kommission übergeben: Er erwartete noch 1800 Euro. Wenn er das Geld nicht bekäme, so drohte er, würde er Haus und Auto der Frau aus Ratingen anzünden und dafür sorgen, dass sie im Krankenhaus landet. Als er von den Drohungen erfuhr, meldete sich der 23-Jährige bei der Polizei. Kriminalkommissar Andreas Klix: "Man kannte sich ja jetzt schon, da war dieser Schritt nicht mehr so groß."
Nach kurzer Planung wurden die Brüder auf einem Parkplatz in Ratingen abgefangen. Die Verhaftung lief reibungslos ab, eine Aussage verweigerten die Brüder jedoch. Lediglich das Versteck der illegalen Waffe verriet Muhammed A., der ältere Bruder. Bei den Wohnungsdurchsuchungen stieß die Polizei außerdem auf kleinere Mengen Marihuana und auf Bargeld in Höhe von 18.900 Euro.
Mehrjährige Haftstrafen erwartet
Kriminalkommissar Andreas Klix beschreibt den Umfang des Drogenhandels: "Wir können nachweisen, dass der 23-Jährige alleine in zwei bis drei Monaten des vergangenen Jahres sieben Kilogramm Marihuana verkauft hat. Bei den beiden Brüdern gehen wir von einem wesentlich höheren Umsatz aus." Auch die beiden Brüder mochten große Autos; sie bevorzugten allerdings die gediegene E-Klasse von Mercedes.
Die Brüder erwartet nun eine Haftstrafe in Höhe von über fünf Jahren wegen gewerbsmäßigem Handel mit Betäubungsmitteln unter Führung einer Schusswaffe. Auch dem 23-Jährigen steht ein Prozess und eine womöglich mehrjährige Haftstrafe bevor.
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