Viele Veranstaltungen zum Geburtstag des Dichters: Düsseldorf feiert Hans Christian Andersen
VON BIRGIT KRANZUSCH - zuletzt aktualisiert: 22.03.2005 - 14:20Düsseldorf (dto). Vom schüchternen Außenseiter zum viel gepriesenen Klassiker - der dänische Schriftsteller und Dichter Hans Christian Andersen wurde als Verfasser von Märchen geistiger Vater einiger der populärsten Kindergeschichten. Trotz seiner Phobien und Hypochondrien war er ein unermüdlicher Reisender. Auch in Düsseldorf war er, gefallen hat es ihm nach seinen Tagebuchaufzeichnungen zufolge wenig, aber hier und wie in der ganzen Welt hat er die Menschen mit seinen Märchen begeistert. Zu seinem 200. Geburtstag am 2. April wird ihm mit zahlreichen Veranstaltungen gedacht.
Hans Christian Andersen wurde am 2. April 1805 in Odense, Dänemark, geboren. Als Sohn eines armen Schuhmachers konnte er kaum die Schule besuchen. Dänenkönig Friedrich VI fiel aber seine Begabung auf und ermöglichte ihm den Besuch der Lateinschule in Slagelsen. Seine Liebe zum Reisen brachte ihn in viele Länder, nach Deutschland zog es ihn besonders häufig und so verwundert es nicht, dass er hier seinen literarischen Durchbruch erlebte.
In seinem Tagebuch steht ein Eintrag vom 28. Februar 1843: „Heute ist der letzte Tag des Karnevals, er fand auf der Alleestraße statt (...) viele Andeutungen verstand ich nicht. (... ) es fing an zu regnen, ich bekam nasse Füße, aber der Himmel weiß wie zäh ich bin und so gehe ich ins Theater und sehe mir die „Regimentstochter“ an; ein kümmerliches Theater; (...) – es zog schrecklich. Ging mitten im 2. Akt heim und trank heißen Grog.“ „Seine Erinnerung an Düsseldorf sind nicht gerade positiv, aber das änderte sich als er Heine kennen lernte“, sagt der Leiter des Theatermuseums, Winfried Meiszies.
Selbst großer Andersen-Fan, freut er sich auf die vielen Veranstaltungen zum Andersen-Geburtstag, die das Dänische Kulturinstitut in Zusammenarbeit mit kommunalen Kulturinstitutionen in NRW ins Leben gerufen hat. In Düsseldorf laden unter anderem Goethe-Museum, Theatermuseum, Heinrich-Heine-Institut, das Theater Kontrapunkt, die Volkshochschule mit dem Internationalen Bildungszentrum "Die Brücke", das Literaturbüro NRW und der Club Danmark e.V. dazu ein, den runden Geburtstag Andersens gebührend zu feiern.
Der 200. Geburtstag am 2. April wird mit einer Doppelveranstaltung im Goethe- und Theatermuseum gefeiert. Das Programm beginnt mit einem "Tag der Andersen-Märchen" im Goethe-Museum, Jacobistraße 2: Ab 11.30 Uhr liest Dr. Hajo Buch "Die Prinzessin auf der Erbse" und andere Märchen. Nachmittags dann - von 14 bis 17 Uhr - heißt es: "Wir malen Märchen". Unter Anleitung von Susanne Spies werden zwei der am Vormittag gehörten Märchen besprochen und in Bilder verwandelt. Mal- und Bastelmaterialien sind vorhanden. Der Eintritt ist frei.
Ab 17 Uhr übernimmt das nahe gelegene Theatermuseum, Jägerhofstraße 1, und lädt zur "H.C. Andersen-Geburtstagsparty". "Märchen und Musik" präsentieren die Erzählerin Elfriede Gazis und der Harfenist Tom Daun, anschließend lesen Prominente aus den Werken des dänischen Dichters. Ab 19.30 Uhr tritt das Andersen-Ensemble mit einer Performance auf: Vertonte Gedichte, rezitierte Märchen und Erzählungen werden mit erheiternden Anekdoten und weitgehend unbekannten Einblicken in Andersens Leben zu einem literarisch-musikalischen Abend verknüpft - der Eintritt dazu ist frei.
Dass Andersen ein großer Märchendichter war, ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass er auch Gedichte und Märchen für Erwachsene geschrieben hat. Darüber referiert Dr. Bernd Kretschmer, Direktor des Dänischen Kulturinstitutes in Bonn, am 7. April, 19.30 Uhr, im Internationalen Bildungszentrum "Die Brücke", Kasernenstraße 6. Motto des Abends: "Hans Christian Andersen – nur für Erwachsene!".
Zwei weitere Termine im Theatermuseum: Am 12. Juni, 15 Uhr, gastiert dort das Theater Kontrapunkt mit "Des Kaisers Nachtigall", einem Musikmärchen nach Hans Christian Andersen von Theo Loevendie. Und zur Mittsommernacht - am 18. Juni - steht das Haus noch einmal ganz im Zeichen Hans Christian Andersens: Das Papiertheater "Pollidor" aus Preetz spielt den "Standhaften Zinnsoldaten", Museumspädagogin Anne Blankenberg präsentiert mit Kindern und Jugendlichen die Ergebnisse eines Papiertheaterworkshops mit Düsseldorfer Schulen, und der Hofgarten lädt ein zum Picknick mit kulinarischen Überraschungen aus Dänemark.
Einen Überblick über die Veranstaltungen in Düsseldorf und andernorts in Nordrhein-Westfalen für das erste Halbjahr 2005 bietet ein Flyer, der bei den Düsseldorfer Veranstaltern erhältlich ist. Im Internet sind auch viele kleine Veranstaltungen zu finden, die spontan stattfinden oder nicht mehr in den Flyer aufgenommen werden konnten.
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