Schweinegrippe-Prävention: Düsseldorf geht der Impfstoff aus
VON M. BROCKERHOFF, H. ONKELBACH UND S. WINKELNKEMPER - zuletzt aktualisiert: 13.11.2009 - 07:36Düsseldorf (RPO). Weil der Andrang größer und der Nachschub knapp wird, droht nun auch in der zentralen Impfstelle ein Engpass. Ein Sonder-Impftermin für die Mitglieder des Rates war angeboten, aber wurde abgesagt.
Schon ab Montag droht der zentralen Impfstelle der Stadt an der Erkrather Straße 345 der Impfstoff Pandemrix auszugehen. Denn die Nachfrage steigt, und die Stadt hat viel zu wenig Impfstoff erhalten. Als Bedarf meldete sie ursprünglich 15.000 Impfdosen pro Woche an.
Tatsächlich bekam sie zum Start der Kampagne 11.000. Durch einen Lieferengpass beim Hersteller erhielt das Gesundheitsamt gestern nicht einmal die Hälfte – und weiterhin strömen täglich mehr als 1500 Patienten zur Erkrather Straße. Gestern, am "langen Donnerstag", waren es sogar 2007.
Folge: Alle, die nicht chronisch krank sind und zu den bevorzugten Gruppen zählen, müssen hinten anstehen. Auch die städtischen Angestellten können nicht vor Ende des Monats mit einer Impfung rechnen. Diese Nachricht sorgte in einigen Ämtern gestern bereits für Verwirrung.
Unter anderem hatte der Stadtentwässerungsbetrieb für kommende Woche einen Impftermin geplant. Dessen Chef Claus-Henning Rolfs mobilisierte gut die Hälfte der Mitarbeiter. Nun jedoch sagte der Betriebsärztliche Dienst der Stadtverwaltung ab. "Wir waren bereit und sind sehr enttäuscht, dass es nicht klappt", sagt Rolfs.
Laut Stadtsprecher Michael Bergmann muss es sich in diesem Fall um ein "Missverständnis" gehandelt haben. Die entsprechende Ärztin befinde sich zurzeit im Urlaub. Eigentlich werde erst in dieser Woche in den Ämtern abgefragt, wie hoch die Impfbereitschaft sei. Bei der Stadt laufen somit bislang nur die Impfungen beim Ordnungdienst (OSD) und der Feuerwehr, weil sie zu den bevorzugten Gruppen gehören. Beim OSD haben sich bisher etwa die Hälfte der Mitarbeiter impfen lassen, bei der Feuerwehr knapp 20 Prozent.
Weiterhin aber plant die Stadtverwaltung, sämtlichen Abteilungen die Impfung anzubieten. Sie soll dezentral organisiert werden: im Rathaus in der Altstadt, im Stadtteil Bilk und einem der weiteren Bezirksrathäuser. Das erklärte gestern der zuständige Dezernent Wilfried Kruse.
Für Irritationen sorgte zudem ein abgesagter Impftermin für alle Mitglieder des Stadtrats vor der gestrigen Sitzung. Der Termin sei "aus logistischen Gründen" nicht zustande gekommen, sagte Kruse. An dem Termin hatte es Kritik gegeben. OB Dirk Elbers sagte dazu, mit ihm werde es keine bevorzugte Behandlung des Rats geben.
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