Matisse-Ausstellung: Düsseldorf im Rausch der Farben
VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 19.10.2005 - 11:48Düsseldorf (dto). Die Spannung steigt: Nur noch wenige Tage bis zur umfassenden Schau der Werke von Henri Matisse (1869-1954) in der Kunstsammlung. Aus ganz Deutschland werden die Kunstfreunde kommen, um die Meisterwerke der Moderne zu bestaunen. Das Werk des französischen Malers wird in der Landeshauptstadt einen Rausch der Farben auslösen, 250.000 Besucher werden erwartet, 30.000 Tickets sind schon über den Ladentisch gegangen. Derzeit werden die ersten Bilder ausgepackt und aufgehangen.
In der Kunstsammlung hat man sich auf die Superstars eingestellt und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Das Wachpersonal ist nicht zu übersehen. Die einzelnen Kunstwerke sind Alarm geschützt. Sensoren reagieren bei geringsten Annäherungsversuchen. Wer einen Blick auf die teuren Bilder werfen will, der muss sich damit abfinden, dass jeder seiner Bewegungen von zwei Sicherheitsbeamten kritisch beobachtet wird.
Dabei sind die meisten Bilder, die an den Wänden hängen, bislang nur billige Kopien, dienen vorerst nur als Platzhalter für die kostbaren Originale. Am Dienstag war nur das „Sculpture et vase de lierre“ von 1917 schon "frei gelegt". Ein weiteres wurde gerade vorsichtig aus einer großen Transportkiste gepackt. Zehn Tage vor Eröffnung der Matisse-Ausstellung "Figur Farbe Raum" kommen die Millionen teuren Leihgaben einzeln am Grabbeplatz an.
Drei Helfer mit weißen Handschuhen "operierten" am Morgen einen Matisse aus einer Kiste, platzieren es hochkant auf ein schmales Gefährt, entfernten Packpapier und Folie. Zum Vorschein kam ein Topf auf leuchtend blauem Grund, darin eine gelb und orange blühende Pflanze. Das nüchterne Ambiente des Hauses unterstreicht den Glanz des Werkes.
Es hat einen Transport hinter sich, der für die Spediteure eine logistische Meisterleistung ist: Sie benötigen für die fragilen Werke Klimakisten, die auch bei Luftabfall im Flugzeug eine garantierte Temperatur haben. Die Temperatur ist auf das jeweilige Materialprofil des Werkes zugeschnitten und auf einer Karteikarte vermerkt - wie die Fieberkurve eines Patienten. Die Fahrzeuge der Spezialisten sind ausschließlich für den den Transport von Kunstwerken spezialisiert, sie sind luftgefedert, klimatisiert, alarmgesichert und immer mit zwei Fahrern besetzt. Die Bilder werden in Reise-Spezialrahmen transportiert, die vibrations- und stoßgesichert sind.
Die Verleiher liefern ihre kostbaren Arbeiten am liebsten erst knapp vor Ausstellungsbeginn, damit sie auch in Düsseldorf möglichst wenig hin und her geräumt werden. Pro Lieferung muss eine Stunde Zeit zum Auspacken kalkuliert werden. Der Restaurator beleuchtet das Gemälde mit einer speziellen Taschenlampe, um es auf Schäden zu untersuchen. Sie wirft keine Schatten. „Fleurs et céramique“ ist eine Leihgabe des Städelmuseums Frankfurt, zu dessen Bestand es seit den 20er Jahren gehört.
Zum Schluss sagt Michael Kolod, der für den Transport zuständig war: "Alles in bester Ordnung." Die Ausstellung kann also mit „Fleurs et céramique“ als Attraktion glänzen.
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