Heine-Preisträger: Düsseldorf trauert um Robert Gernhardt
zuletzt aktualisiert: 30.06.2006 - 15:45Düsseldorf (dto). Die Landeshauptstadt Düsseldorf trauert um Robert Gernhardt. Am 13. Dezember 2004 war der Schriftsteller, Lyriker und Karikaturist mit dem Heine-Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgezeichnet worden. Für Gernhardt war es ein doppelter Tag der Freude, denn - wie Heine - hatte er an diesem Tag auch Geburtstag. Am Freitag starb der Autor nach langer Krankheit in Frankfurt/Main.
Oberbürgermeister Erwin zeigte sich betroffen: "Robert Gernhardt war wie Heine ein großer Mann der Aufklärung, ein literarischer Nachfahre gewissermaßen mit Witz und Popularität, Verständlichkeit und Selbstironie." Das Lachen über sich selbst und andere charakterisiere nicht nur Gernhardts schriftstellerische Arbeit - er habe dieses Lachen mit einem Augenzwinkern und voller Bescheidenheit auch selbst gelebt, so Erwin.
Gernhardt wurde am 13. Dezember 1937 in Reval/Estland (heute Tallin) geboren. Er studierte Malerei und Germanistik in Stuttgart und Berlin. Seit 1954 lebte er als freier Schriftsteller, Maler, Zeichner und Karikaturist in Frankfurt am Main. Er gehörte zu den Stars der Satire-Zeitschriften "Pardon" und "Titanic". Anfang der 80er-Jahre gelang ihm dann auch der Durchbruch zum "anerkannten Gegenwartsliteraten", wie er voller Selbstironie bekundete. Kinderbücher, Zeichnungen, Gedichte, Essays, Erzählungen, auch ein Bühnenstück und ein Roman demonstrierten, dass sich Gernhardts Werk längst nicht mehr auf das Humorfach beschränken ließ.
In der Begründung der Jury für die Verleihung des Heine-Preises 2004 hieß es: "Robert Gernhardt begleitet seit Jahrzehnten im Sinne Heinrich Heines als kritischer Beobachter, Dichter und Karikaturist die ‘deutschen Zustände'. Alles Hohle, alles Vordergründige gibt er der Lächerlichkeit preis. Mit Humor und Ehrlichkeit setzt er sich für ein demokratisches Miteinander ein."
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