Wahlanalyse: Düsseldorf wählte Schwarz
zuletzt aktualisiert: 01.09.2008 - 20:02Düsseldorf (RPO). So deutlich war die Farbverteilung der Parteien nach einem Urnengang selten: Von 49 Stadtteilen hatte der Kandidat der CDU, Dirk Elbers, in 47 die Mehrheit. Karin Kortmann (SPD) lag nur im Hafen und in Flingern Süd vorn.
Die Oberbürgermeister-Wahl am Sonntag war in vielerlei Hinsicht bemerkenswert: Düsseldorf zog durch die Neuwahl nicht nur vor, was auf andere Kommunen in NRW erst zukommt, nämlich die in der neuen Gemeindeordnung vorgesehene Entkoppelung von OB- und Kommunalwahl (die Amtszeit des Stadtoberhaupts wurde auf sechs Jahre verlängert, der Rat wird für fünf Jahre gewählt).
Sie lieferte auch etliche Rekorde: 59,7 Prozent der abgegebenen Stimmen holte Dirk Elbers, siegreicher Kandidat der CDU, und erzielte damit das beste Ergebnis aller Düsseldorfer OB-Wahlen. In absoluten Zahlen hat sein Vorgänger, der im Mai verstorbene Joachim Erwin, jedoch nach wie vor die Nase vorn: Ihm gaben 2004 gleich im ersten Wahlgang 118039 Düsseldorfer ihre Stimme, was allerdings nur 50,4 Prozent aller abgegebenen Stimmen entsprach. Für Elbers stimmten 105581 Bürger. Zwei Stadtteile von insgesamt 49 gingen an die rot-grüne Kandidatin Karin Kortmann: Lediglich im Hafen (77,8%) und in Flingern Süd (49,6%) lag die Chefin der Düsseldorfer SPD vor Elbers, der im Hafen 16,3 und in Flingern Süd 39,5 Prozent holte. Jedoch kamen im Hafen nur 43 von 152 Wahlberechtigten an die Urnen. Auch in Flingern Süd war die Wahlbeteiligung mit 23 Prozent weit unter dem Durchschnitt (38,5%). Stark war Kortmann außerdem in Friedrichstadt, Oberbilk, Unterbilk und Lierenfeld mit jeweils und zum Teil deutlich über 43 Prozent.
In 47 Stadtteilen hatte Elbers die Mehrheit, in 45 lag er sogar über 50 Prozent. Weniger Stimmenanteile als alle SPD-Kandidatinnen vor ihr bekam Kortmann als gemeinsame Kandidatin von SPD und Grünen mit 35,3 Prozent: Marlies Smeets holte 1999 in der Stichwahl gegen Erwin 49,2 Prozent, Gudrun Hock unterlag Erwin 2004 im ersten Wahlgang mit 36,5 Prozent. Nur fünf Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen auf die fünf übrigen Kandidaten Helmut Born (Die Linke 2,9%), Klaus Kirchner (Freie Wähler 1,1%), Jürgen Krüger (Republikaner 0,5%), Diane Huttner (Alternative Liste Trans 0,3%) und Michael Möller (Zentrumspartei 0,2%). Somit hatten diese Ergebnisse keinen Einfluss auf den Ausgang der Wahl.
Der Kandidat der Linkspartei, Helmut Born, schnitt mit 2,9 Prozent viel schwächer ab als erwartet. Beobachter hatten wegen des zwischenzeitlichen Erstarkens der Linken in Teilen Deutschlands mit viel mehr gerechnet. 2004 holte Frank Laubenburg, damals noch für die SED-Nachfolgepartei PDS, 1,8 Prozent der Stimmen. Immerhin erzielte Born als einziger Kandidat der kleinen Parteien in fünf Stadtteilen mehr als fünf Prozent: und zwar in Flingern Süd (7,4%), Lichtenbroich (7,4%), Friedrichstadt (5,3%), Lierenfeld (5,3%) und Oberbilk (5,2%).
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