600 Menschen tanzten Freitagabend auf dem Burgplatz eine Choreographie für den Eurovision Song Contest in Oslo.
Das norwegische Fernsehen NRK hatte zu diesem "Flashmob" aufgerufen. Flashmobs sind Menschenaufläufe, die im Internet über Netzwerke, wie Facebook, per Ketten-E-Mails organisiert werden.
Unter dem Motto "Share the moment" ("Teile den Moment") rief das norwegische Fernsehen die Internetnutzer dazu auf in zehn europäischen Städten zusammen zukommen und gemeinsam eine Choreographie zu tanzen. Der Sender zeigt die Aufnahmen am 29. Mai beim Eurovision Song Contest.
Choreograph Matthias Carlsson entwarf den Tanz und achtetet darauf, dass er einfach genug ist, damit jeder mitmachen kann. "In der Menge sind bestimmt viele Leute, die noch nie getanzt haben", sagt er stolz beim Anblick der rockenden Masse.
Dem Tanzhaus NRW ist es zu verdanken, dass der Massentanz in der Landeshauptstadt stattfand. Gemeinsam mit dem Tanzhaus in Oslo ist es im European Dance Network (Europäisches Tanz-Netzwerk) organisiert. So kam es, dass die Norweger ihre Düsseldorfer Partner auf das Event ansprachen.
Während langsam am Rhein die Sonne unterging, studierten die Teilnehmer die Choreographie ein. Zuvor konnte man sich den Tanz in einem Internet-Video anschauen und schon mal üben.
Amelie Jalouy vom Tanzhaus NRW (links) und ihre norwegische Kollegin Camilla Tellefsen machten die Tanzbewegungen vor ...
.. und die Menge machte sie nach.
Rymon Zacharei (Künstlername "RayBoom") ist selbst Choreograph beim Tanzhaus und gab in der ersten Reihe alles.
"Selten gesehen, dass so viele Menschen auf einem Haufen tanzen", sagte sein Kollege Adnan Zaatouri (vorne in der Mitte).
Alle Altersklassen waren auf dem Burgplatz dabei. Von kleinen Kindern bis zu Menschen in den Fünfzigern.
Alexander Flach aus Mettmann hatte sichtlich Spaß bei den Proben.
"Eigentlich wollten wir nur zugucken, aber jetzt tanzen wir mit", sagt seine Partnerin Nicole Knuppertz. Welche Chancen Lena Meyer-Landrut beim Song Contest hat? "Gewinnchancen", ist sich Amelie (ganz links) sicher. In der Mitte schaut Leonie in die Kamera.
Das Spektakel lockte viele Zaungäste an.
"Ich weiß gar nicht, was hier läuft", sagt Frank Wckinhoff aus Krefeld. Diese Frage schwirrte vielen Passanten durch den Kopf. "Musik lockt Leute", kommentiert er die Aufmerksamkeit der Passanten.
"Da wir grad in der Nähe waren, dachten wir, wir gucken mal vorbei", sagt Nadine Boix. Mittanzen möchten sie allerdings nicht. "Wir sind grad erst angekommen. Wir haben nicht alle Schritte mitbekommen", sagt ihr Freund Peter Zündorf lachend.
Der Australier Marty Mulligan, der in Düsseldorf arbeitet, findet: "Es sollte mehr solche Dinge geben." Mitmachen wolle er trotzdem nicht. "Ich bin gekommen zum Zugucken, Unterstützen und Zuprosten."
Für tolle Fernsehbilder sorgte das Feuerlöschbott der Düsseldorfer Berufsfeuerwehr.
Es schipperte mit laufender Wasserfontäne am Burgplatz vorbei.
Mit dem Tag gingen auch die Proben zu Ende.
Nachdem die Sonne untergegangen war, begann das norwegische TV-Team mit den Aufnahmen.
Choreograph Carlsson heitzte die Menge nochmal auf.
Etwa zehn Mal rockten dei Tänzer für die Kameras.
Studentin Nina Bruhn ließ es sich nicht nehemen mitzutanzen, da "sowas ja nicht ständig stattfindet."
Sie kam mit ihrer Freundin Sabrina Funk zum Event.
Christian Sailer (oben), Ljubow Schlotgauer (links), Darinka Oleszuk und Dennis Wilbers (unten).
"Die Stimmung hat was von der Fußball-WM", findet Vi Luu (rechts). Sie machte mit ihrer Freundin Katja Probst (links) bei der Choreographie mit.
Wieso diese Gruppe mitgetanzt hat? "Das war spontan. Wir wollten was trinken gehen, haben das gesehen und mitgemacht", sagt Tobias Malsbender. Danach ging er noch feiern mit Christina Tilor, Charlotte Ness und Pauline May (v.l.).
Kathrin Friedrich, Birgit Pollok, Paula Alt und Nadine Maiba (v.l.).
Kurz nach dem Tanz konnten die Teilnehmer noch das Feuerwerk der Frühjahrskirmes am Tonhallenufer bestaunen.