Erster Platz beim Vergleichswettkampf in Berlin: Düsseldorfs Höhenretter sind die Besten
zuletzt aktualisiert: 08.09.2004 - 11:54Düsseldorf (dto). Viele Menschen würden sich nicht einmal trauen hinunterzuschauen. Höhenretter der Düsseldorfer Feuerwehr seilen sich hingegen ohne mit der Wipper zu zucken bei ihren Übungen schon einmal vom Dach des Arag-Hochhauses in Mörsenbroich aus 126 Metern ab. Und sie nehmen auf dem Weg nach unten sogar noch „Passagiere“ auf.
Mit einem Spitzenergebnis sind die Feuerwehrleite aus Düsseldorf jetzt vom ersten Vergleichswettkampf der Höhenretter in Berlin zurückgekehrt. Sie erreichten in der Mannschaftswertung den ersten Platz. An dem Wettkampf nahmen Höhenretter von sechs Feuerwehren teil, darunter eine Gastmannschaft aus dem polnischen Stettin. Feuerwehrdezernentin Charlotte Nieß-Mache hat die Spezialkräfte am Mittwoch ausgezeichnet.
Ausrichter der ersten nationalen Vergleichswettkämpfe der Höhenrettungsgruppen Deutscher Feuerwehren war die Feuerwehr Berlin. Teilnehmer waren neben den Gastgebern aus der Bundeshauptstadt, die seit 1995 eine Höhenrettungsgruppe unterhalten, die Feuerwehren Chemnitz, Erfurt, Hannover, Stettin als Gastmannschaft aus Polen und die Feuerwehr der Landeshauptstadt Düsseldorf. Die Feuerwehr Hamburg musste leider kurzfristig absagen. Die Veranstaltung wurde auf dem Gelände des Alpenvereins Sektion Berlin an einem Kletterfelsen ausgetragen. Der künstliche Kletterfelsen nennt sich "Wuhletalwächter" und hat eine Höhe von 17 Meter.
"Beim Mannschaftswettkampf galt es, eine verletzte Klettererin nach Absturz von einem Felsvorsprung in etwa zehn Meter Höhe zu retten", berichtete Wilfried Birnbaum, Leiter der Höhenrettungsgruppe der Düsseldorfer Feuerwehr. Bewertet wurden die Rettungszeit, die Qualität der medizinischen Erstversorgung, und Fehler, die die Sicherheit betrafen. Die Ausrüstung stellte der Ausrichter, damit für alle die gleichen Bedingungen bestehen. Im Einzelwettbewerb mussten je ein Höhenretter der Feuerwehren auf Zeit ein Seil hochklettern, das an einer 25 Meter hoch ausgefahrenen Drehleiter angebracht war.
Die Düsseldorfer Mannschaft zeichnete sich durch die schnellste Rettungszeit und die beste medizinischen Versorgung der zu Rettenden aus. Im Einzelwettkampf hatte Jörg Janssen technische Probleme, das heißt, ihm sprang mehrfach das Seil aus der Fußsteigklemme. Dennoch kletterte er das Seil in 44 Sekunden hoch und belegte damit den 2. Platz hinter dem Teilnehmer der Gastmannschaft aus Stettin, der die Kletterübung in 25 Sekunden absolvierte.
Für die Feuerwehr Düsseldorf waren im Einsatz Jörg Janssen, Michael Gelien, Christoph Hönings, Thomas Hitschler und Wilfried Birnbaum. Das Schiedsgericht bildeten Ausbildungsleiter der Höhenretterschulungen von der Brand- und Katastrophenschutzschule in Heyrothsberge (Landesfeuerwehrschule), Höhenretterausbilder der Berufsfeuerwehr Hamburg, ein Mitglied des Fachverbandes für seilunterstützte Arbeiten und der Leitende Notarzt der Feuerwehr Berlin.
"Erstmalig konnten verschiedene technische Rettungsmethoden direkt miteinander verglichen werden", erklärte Peter Albers, stellvertretender Feuerwehr-Chef in Düsseldorf. Da die Feuerwehr Düsseldorf in der Aus- und Fortbildung den klettertechnischen Aspekt mit in die Höhenrettertätigkeit integriert, hatte sie hier enorme Vorteile. So konnte der Zugang zu der verunglückten Bergsteigerin in etwa zwei Minuten erreicht werden. Die anderen Teilnehmer benötigten hier zwölf bis 15 Minuten.
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