CPD: Eickhoff will die Modemesse retten
VON DAGMAR HAAS-PILWAT UND HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 15.09.2008Düsseldorf (RPO). Der Düsseldorfer Kö-Modekaufmann Albert Eickhoff hat jetzt die Stadt aufgefordert, endlich zu handeln, um die Modemesse cpd zu retten. Reden allein reiche nicht, die Stadt müsse auch Geld investieren, um der Messe Rückenwind und internationales Aufsehen zu verschaffen.
Eickhoff sieht ein hohes Konkurrenz-Risiko im wieder erstarkten Mode-Standort Berlin. Das werde sich Anfang nächsten Jahres zeigen, weil sich die Termine der Berliner Fashion-Week (Start 29. Januar) und cpd (Start 1. Februar) teilweise überschneiden. Offenbar fürchtet Eickhoff, dass viele Modeleute sich im Zweifel für Berlin entscheiden und Düsseldorf die kalte Schulter zeigen werden.
Bei der letzten cpd (Collections Premieren Düsseldorf) hatte die Messe erneut einen deutlichen Rückgang der Besucherzahlen registrieren müssen. Schon seit Jahren sieht sich der Düsseldorfer Mode-Branchentreff im Abwärtstrend – wobei es strittig ist, woran es liegt.
Viele halten das Konzept der Messe für überholt. Viele große Händler ignorieren die Messe, weil sie nicht nach festen Terminen ordern, sondern im Prinzip dauernd auf Trends und Nachfragen reagieren.
Außerdem haben sich in Düsseldorf mehrere hundert so genannte Showrooms angesiedelt. Das sind meist sehr schicke Wohnungen oder Häuser, in denen Modehersteller ihre Produkte anbieten. Das geschieht während der Messezeiten, aber auch übers ganze Jahr verteilt.
Eickhoff will eigene Schau anbieten
Eickhoff, der in der internationalen Modebranche einen großen Namen hat, will nun dabei helfen gegenzusteuern. Dazu plant er derzeit, während der nächsten cpd eine eigene Schau anzubieten. Einen großen Designer hat er schon verpflichtet. Am liebsten würde er seine Präsentation im K 21 veranstalten – aber sie müsste Freitag oder Samstag stattfinden. Und da sei man im K 21 zu unbeweglich und poche darauf, dass das Haus nur montags, wenn die Kunstsammlung geschlossen ist, zur Verfügung stehe.
Eickhoff weiß, dass man eine glamouröse Präsentation machen muss – das schaffe Medienpräsenz, sei somit Werbung für den Standort. Zu den Glanzzeiten der Modemesse hätten große Marken wie Boss hier legendäre Abend-Events veranstaltet. Das sei heute vorbei, gehöre aber dazu. Auch die Stadt müsse notfalls Geld in die Hand nehmen. Berlin sei auch nur erfolgreich, weil Mercedes als großer Sponsor dahinterstehe.
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