Düsseldorfer Altstadt: Eigener Platz für Dominikaner
VON WOLFGANG BERNEY - zuletzt aktualisiert: 26.08.2010 - 08:00Düsseldorf (RPO). Seit 150 Jahren gibt es den Orden in Düsseldorf. Zum Jubiläum blicken die Patres mit einer Ausstellung in die bewegte Vergangenheit – und feiern die Gegenwart mit einem Straßenfest. Die Dominikaner nehmen aktiv am Leben in der Altstadt teil und kümmern sich um Arme.
150 Jahre wirken die Dominikaner nun schon in Düsseldorf. Die Mönche leben heute allerdings nicht mehr in klösterlicher Abgeschiedenheit, sondern mitten im prallen Leben an der Andreasstraße, im Herzen der Altstadt. Zum Jubiläum gibt es in der Andreaskirche neben einer Ausstellung mit historischen Dokumenten und Fotos eine Reihe von Veranstaltungen.
So wird heute die Ausstellung unter dem Titel "Gemeinsames Leben – Liturgie und Gebet – Predigt" eröffnet. Am 3. September inszeniert der Schauspieler Eric Wehrlin das Markusevangelium als Solo-Theaterstück in der Kirche. Am 5. September hält Kardinal Meisner ein Festhochamt. Danach steht ein Straßenfest auf dem Programm. Dabei bekommt der Platz zwischen Kirche und Kloster von Oberbürgermeister Dirk Elbers einen Namen: "Am Dominikanerkloster".
Die Dominikaner haben in Düsseldorf eine bewegte Geschichte. In den Anfangsjahren waren die Mönche noch an der Friedrichstraße 44 untergebracht, ein Haus, das später zum Theater wurde. Die ersten Jahre gestalteten sich schwierig. Der Ordensmeister in Rom verlangte strikte Askese. Es gab nur unzureichendes Essen. Viele Patres wurden aus Erschöpfung krank und starben in jungen Jahren – ein Teil Düsseldorfer Geschichte, den der Orden dokumentiert hat.
1866 begann der Bau des Klosters und der Kirche an der Herzogstraße, auf dem Grundstück der heutigen West LB. Elf Jahre später während des "Kulturkampfes" mussten die Dominikaner Düsseldorf verlassen. Erst 1887 durften sie zurück.
Eine harte Zeit begann während des Naziregimes. 1935 wurden drei Patres wegen angeblicher Devisenvergehen verhaftet. Einer von ihnen erhängte sich in der Gefängniszelle. Ein anderer wurde 1943 ins Konzentrationslager Dachau gebracht, weil er angeblich den verbotenen "Feindsender" gehört hatte. Bis 1945 diente das Kloster an der Herzogstraße als Lazarett. Im November 1943 wurden Klostergebäude und Kirche bei einem Bombenangriff schwer beschädigt. Kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner nach Düsseldorf erlitt ein Pater auf dem Weg zur Messe in St. Peter durch Granatsplitter tödliche Verletzungen.
Am 2. Weihnachtstag 1972 gab es in der alten Klosterkirche die letzte Messe. 1991 weihten die Dominikaner in ihrem neuen Kloster das Seelsorgeprojekt "St. Andreas – Offene Kirche" ein. Derzeit gehören elf Patres zur Gemeinschaft. Auf ihre Anregung fand 2008 das Jan-Wellem-Jahr zum 350. Geburtstag des Kurfürsten statt.
"Wir sind heute an unterschiedlichen Orten seelsorgerisch tätig, zum Beispiel in der Gefängnisseelsorge oder im City-Pastoral", erzählt Pater Elias über die Gegenwart: "Besonders verbunden aber fühlen wir uns mit den Menschen in der Altstadt, in und rund um die St. Andreaskirche."
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