Kita-Porträts: Ein Haus für die ganze Familie
VON JENNIFER KOCH, GÖKÇEN STENZEL - zuletzt aktualisiert: 16.04.2010 - 11:25Düsseldorf (RPO). Seit August 2009 gibt es das erweiterte Familienzentrum Zitty in der Innenstadt. 57 Kita-Kinder verbringen dort ihre Tage zusammen mit Jugendlichen, Eltern finden Beratung und Hilfe. Insgesamt steigt in Düsseldorf die Zahl der betreuten Kinder.
Zwei Eingänge führen in das Haus an der Klosterstraße – einer in die Kita, einer in den Jugendclub. Eng verbunden sind die beiden Einrichtungen trotzdem. Die Mitarbeiter des Zitty, des Zentrums für Kinder, Jugendliche und Familien in der Stadtmitte, unterhalten neben Kita und Jugendclub außerdem ein Familienzentrum, bieten Freizeitangebote auf dem Spielplatz nebenan und arbeiten eng mit den umliegenden Schulen zusammen.
Das Modellprojekt Zitty gibt es seit August 2009 – auch wenn die Kita an der Stelle schon länger existiert. Über die Idee eines einfachen Familienzentrums geht der Ansatz hinaus: Seit vergangenem Jahr stehen alle Einrichtungen unter einer Leitung, Kooperationen haben sich dadurch ergeben. So profitieren die Kita-Kinder davon, dass im Jugendclub ein Atelier zum Basteln und Werkeln eingerichtet ist oder sie tanzen mit den Jugendlichen, die in Workshops mit dem Tanzhaus NRW Hip-Hop-Tänze gelernt haben. "Durch die Zusammenarbeit haben wird viele Synergie-Effekte", sagt Leiterin Yvonne Duran Funk.
Das Zitty hat zum Beispiel Jugendlichen der anliegenden Schulen einen Babysitter-Kursus angeboten. Durch diesen Kontakt besteht jetzt kein Mangel an Babysittern mehr, wenn die Kita mal Eltern zu einem Nachmittag oder einem Bildungsangebot einlädt und die Kinder betreut werden müssen: 57 Kinder besuchen die Kita derzeit, davon sind neun unter drei Jahren.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 16 .340 Kinder unter sechs Jahren in Düsseldorf betreut, im Vorjahr waren es noch 15.075: Mehr als 300 Kitas der unterschiedlichen Träger sowie Betriebskindergärten und privat-gewerbliche Anbieter sorgen für die nötigen Betreuungsplätze. Aus den Zahlen des Statistischen Landesamtes geht weiter hervor, dass in Düsseldorf viele Kinder betreut werden, die einen Elternteil haben, der im Ausland geboren wurde: Die Quote liegt bei fast 32 Prozent. Landesweit wird sie mit 21 Prozent angegeben. Ein Grund dafür liegt in der Abschaffung der Kita-Gebühren für Drei- bis Sechsjährige. Maria Böhmer, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, hat überall dort, wo die Kita keine Gebühren mehr kostet, eine wachsende Zahl betreuter Kinder beobachtet: "Plötzlich kommen weit mehr Kinder in die Kitas als in den Vorjahren", sagt Böhmer. Und: "Ziel muss die flächendeckende Einführung der kostenfreien Kita sein." Düsseldorf hat die Gebühren im August 2008 abgeschafft.
Das ist bei der Kita im Zitty nicht anders. Im Mittelpunkt stehen dort Kreativität und Kultur. "Wir machen aus dem, was wir haben, das Beste", sagt Yvonne Durán Funk. Ausflüge in den Wald oder die Natur sind schwierig, denn das Zitty befindet sich mitten im Zentrum der Stadt. Museumsbesuche und -führungen, Puppentheater, das Tanzhaus NRW werden dagegen regelmäßig genutzt. Auch der Spielplatz nebenan wird in die Arbeit einbezogen. Dort bieten die Mitarbeiter auch nach dem Ende der Kita-Stunden ein Angebot für ältere Kinder an, an dem auch die Kleinen mit ihren Eltern teilnehmen können. Und im Keller der Einrichtung befindet sich sogar ein kleines Tanzstudio, in dem die Jugendlichen des Clubs genauso wie die Vorschulkinder mit Tänzern des Tanzhauses erste Schritte in Ballett und modernem Tanz üben können.
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