Circus und Varieté Merz & Pilini wird 20: Ein Junge(r) im Zirkus
VON UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 18.04.2007 - 08:33Düsseldorf (RPO). Circus und Varieté Merz & Pilini feiert sein 20-jähriges Bestehen. Schon als kleiner Junge begeisterte sich Thomas Merz für das Leben rund um die Manege. Der Duft der Sägespäne hat den 38-Jährigen nie mehr losgelassen.
Thomas Merz hat seine Leidenschaft schon ganz früh in kleine Dosen verpackt. Als Kind besuchte er zahlreiche Zirkusvorstellungen, und wenn das Licht erloschen war, nahm sich Merz aus der Manege immer eine Handvoll Sägespäne mit nach Hause. Die ließ er in kleine Dia-Döschen rieseln und stellte sie in sein Kinderzimmer. „Egal wo ich war, bei Althoff oder bei Barum: Danach hatte ich immer ein Stück Zirkus zuhause“, sagt Merz. Doch die Leidenschaft für die Welt des Lampenlichts passte letztlich nicht mehr in kleine Döschen. Sie wurden zu klein: Heute ist Merz Chef eines Zirkusunternehmens, das seit 1987 in 2400 Veranstaltungen die Welt der Jongleure, Tiere und des Varietés hat entstehen lassen. Aus den Träumen von Thomas Merz ist ein stattliches Unternehmen der Unterhaltungbranche geworden.
„Ich bin nicht aufzuhalten“, sagt Merz. Eine Begründung, warum er der Zirkuswelt immer treu blieb. Damals, in der Schulzeit, reiste er in den Ferien auch schon mal mit dem Zirkus Althoff mit. Auf- und Abbau, Eintrittskarten abreißen, ein paar Kabel verlegen: Merz begeisterte sich für die ganz eigene Welt unterhalb der Zirkuskuppel. „Ich schwänzte auch schon mal die Schule, um eine tolle Vorstellung zu sehen“, sagt Merz und grinst. Aus der kindlichen ist auch eine berufliche Neugier geworden.
Merz machte sein Fachabitur, wurde Verlagskaufmann und Assistent des Werbeleiters. Doch nie ist ihm der Duft der Sägespäne aus der Nase gewichen. Mit 21 Jahren kaufte zusammen mit seinem Kompagnon Cito Pilini ein kleines Zirkuszelt, um damit bei Veranstaltungen aller Art vertreten zu sein. Auch wenn das Zirkusgeschäft ein stetiges Auf und Ab ist, wuchs der Circus Merz & Pilini. Heute ist der Zirkus und die Varieté-Show als Ganzes zu mieten - inklusive Popcorn, Zuckerwatte, Dosenwerfen, Hau-den-Lukas, Kinderschminken, Hüpfburg und Kettenkarussell. Auf klassische Tournee geht Circus und Varieté Merz & Pilini nur ganz selten.
Stattdessen bildet sich der Autodidakt Merz immer wieder weiter. Über 50 Zirkus- und Varieté-Shows, zum Teil in den USA, schaut er sich pro Jahr durchschnittlich an. „Wer sich nicht viel anguckt, kann nicht mitreden. Und wer nur rumsitzt, kann nicht viel erreichen“, weiß er. Deshalb möchte Merz auch nicht nur der Boss eines Unternehmens sein. „Ich baue sehr gerne das Zelt mit auf oder helfe an der Kasse“, sagt Merz. Vielseitig sei er, Blaumann und Conférencier-Anzug stehen dem Düsseldorfer gleich gut.
Merz hat sich nicht nur die eigene einstmals kleine und jetzt große Welt geschaffen. Die Freude daran ist immer geblieben. Auch deshalb, weil unter der Zirkuskuppel immer noch ein breit gefächertes Publikum sitzt: die ganze Familie mit Oma, Opa, Vater, Mutter und Kindern. Überall seien die Freizeitangebote nur noch für spezielle Gruppen. Nur der Zirkus vereine noch alle am Manegenrand.
Deshalb sei es auch wichtig, einen Querschnitt anzubieten: Tiere, Artisten, Clowns, Jongleure, Karussells, Buden, das Ganze garniert mit Zuckerwatte und Popcorn. Eine Zaubernummer oder Elefanten: Merz & Pilini können viele Wünsche erfüllen. Da entsteht sie dann wieder, die Welt des Sägespäne-Dufts - nicht nur in kleinen Dosen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





