Neue Wohnsiedlung in Pempelfort: Ein Kran im Hausflur
VON DANIEL SORKAU - zuletzt aktualisiert: 21.12.2007 - 16:18Düsseldorf (RPO). Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhof Derendorf entsteht derzeit die neue Wohnsiedlung „Le Quartier Central“. Eine Baustellen-Besichtigung.
Pempelfort Die Hausnummer fehlt am Rohbau an der Schinkelstraße noch, aber bereits jetzt ist klar, dort hängt später einmal die Nummer55. Bis dahin dauert es allerdings noch eine Weile. Bisher steht nämlich erst das dritte Obergeschoss. Drei weitere werden folgen. Das Gebäude gehört zum Bauprojekt „Le Quartier Central“ der Interboden-Gruppe und entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Derendorf.
129 Mietwohnungen werden dort später auf fünf Häuser verteilt sein. Hausnummer 55 ist am weitesten fortgeschritten. Das Gebäude ist mit 63 Wohnungen das größte Haus des „Quartier Central“. Die Architekten wollen jedoch nicht, dass die späteren Mieter und Besucher den Eindruck einer großen Wohnungsburg bekommen. Deshalb haben sie sich einiges einfallen lassen. Am Eingang ist bisher nur blanker Beton zu sehen, aber auch später wird es dort keine 63 Klingelknöpfe geben. „Über eine Wählscheibe suche ich mir die Person aus zu der ich möchte“, sagt Architekt Jörg Ziolkowski vom Büro „Astoc“.
Durch die noch nicht vorhandene Tür geht es Richtung Treppenhaus. Das besetzt im Augenblick ein Baukran, der aus dem obersten Geschoss ragt. „Der Blick nach oben verändert sich nicht mehr großartig“, erklärt Ziolkowski, der das Projekt leitet. „Die Bewohner werden auch später durch ein Glasdach den Himmel sehen können.“ Dann soll der Hausflur ausschließlich mit Tageslicht beleuchtet werden und deutlich heller sein - schließlich verschwindet der Kran irgendwann.
Der Aufzug fehlt bisher, deshalb geht‘s über eine Leiter in den ersten Stock in eine der „Micro-Flats“, zu deutsch: Ein-Zimmer-Wohnung. Die meisten Wohnungen werden jedoch aus zwei bis drei Zimmern bestehen.
Vom Balkon eröffnet sich der Blick über das Bahngelände. Im Hintergrund fahren einige Züge. Davon sollen die Bewohner später nicht mehr viel mitbekommen. Zwischen den Gleisen und den Neubauten soll ein Park entstehen. Außerdem sind Bürogebäude geplant, die den Lärm zusätzlich abfangen. Wieder im Erdgeschoss angekommen, steht man auf Höhe der zukünftigen, hauseigenen Gärten. Naja, nicht ganz. 70 Zentimeter Erdreich fehlen noch auf dem Beton.
Wenn alle Gebäude fertig sind, soll keines dem anderen gleichen. „Der Komplex soll von außen nicht wie ein großes Gebäude wirken, sondern wie eines der umliegenden Häuser, die alle recht schmal sind“, sagt Architekt Franz Stadler von Interboden. So wie das Nachbarprojekt, das beinahe bereit für den Einzug ist. Interboden baut außerdem noch zwei weitere Gebäudekomplexe auf dem Gelände.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





