Ulenpark: Ein "Spielplatz" für Senioren
VON JULIA PUZALOWSKI UND GÖKÇEN STENZEL - zuletzt aktualisiert: 07.07.2010 - 08:07Düsseldorf (RPO). Im Ulenbergpark stehen sechs Fitness-Geräte, die vor allem Älteren Lust an der Bewegung machen sollen. Die Stadt hat 175 000 Euro in die Anlage investiert, die sich zum Prototyp für andere Plätze entwickeln könnte.
Düsseldorfer Senioren haben ab jetzt eine Möglichkeit mehr, sich sportlich zu betätigen. Denn gestern eröffnete die Stadt den ersten "Aktiv-Treff für Jung und Alt". Auf 1000 Quadratmetern des Ulenbergparks wurde ein Trimm-dich-Pfad eingerichtet, der besonders schonend für die Gelenke Beweglichkeit trainiert. Seine Geräte sollen auch von älteren Menschen gut zu nutzen sein. 175 000 Euro hat die Stadt für den Treff, scherzhaft auch "Senioren-Spielplatz" genannt, ausgegeben. OB Dirk Elbers betonte bei der Eröffnung, dass der Platz nicht nur Älteren, sondern allen offensteht.
Übungen auch für Untrainierte
Damit macht Düsseldorf einen lange eingeforderten Schritt: Vor zwei Jahren hatte die heutige Vorsitzende des Sportausschusses, Monika Lehmhaus (FDP), vorgeschlagen, einige Bezirkssportanlagen so umzurüsten, dass sie nicht nur für Sportler und junge Leute, sondern auch für Ältere interessant werden. Beim Ulenbergpark handelt es sich zwar nicht um eine Sportanlage, über Angebote für alle Generationen verfügt er aber: Er hat einen Spiel- und Bolzplatz, eine Skateranlage, Tischtennisplatten und einen Minigolfplatz. Lehmhaus: "Eine wunderbare Sache."
Getrudisplatz Der Kinderspielplatz wird erweitert und so zum „Mehrgenerationenplatz“ inklusive Boulebereich und einer Fitness-Station für Erwachsene/Ältere
Zoopark und Norpark Sollte der Platz am Ulenbergpark gut angenommen werden, sollten ähnliche Geräteparks auch dort entstehen. Das ist der Wunsch des Seniorenbeirats, deren Mitglied Brigitte Göbels bei der Anschaffung der Geräte mit Ideen geholfen hat. OB Elbers will erst abwarten.
An sechs wetterfesten Geräten aus Edelstahl können die Besucher unter freiem Himmel Rücken, Beine, Arme oder den ganzen Körper trainieren. Marianne Hibbe (76) nutzte gestern gleich die Gelegenheit, den Pfad zu testen. "Die Geräte sind sehr stabil, die Übungen sinnvoll, aber nicht zu anstrengend", befand sie, die ohnehin einmal die Woche Gymnastik macht. "Aber die Übungen sind auch für weniger Sportliche zu meistern", verspricht Horst Graß, Vorsitzender des Seniorenbeirats. Neben jedem Gerät steht ein Schild mit einer Anleitung.
Der Seniorenbeirat war eng in die Planungen des Gartenbau-Unternehmens "Förder Demmer" eingebunden. Brigitte Göbels, Seniorenbeirätin im Stadtbezirk 2, brachte den entscheidenden Impuls. "Eine Bekannte hatte mir von Turngeräten für Senioren erzählt", sagt sie. "In einem Seniorenheim im Neandertal haben wir uns diese dann angeschaut."
Sie war begeistert und wollte sie sofort auch nach Düsseldorf holen. "Am liebsten hätte ich sie in meinem Bezirk gesehen, aber das war auf die Schnelle nicht realisierbar", erzählt Göbels. Weil sie jedoch wusste, dass die Stadt bereits die Fläche am Ulenbergpark plante, brachte sie dort ihre Ideen ein.
Landschaftsarchitekt Matthias Förder nahm die Vorschläge dankend an. "Wenn wir für die Nutzer planen, kommen auch anschließend mehr hierher", sagt er. "Neben der sportlichen Funktion war uns auch der Wellness-Aspekt wichtig." In der Mitte des Platzes stehen Liegestühle und Strandkörbe. Dort können sich die Besucher ausruhen und austauschen.
Von der Ulenbergstraße aus nicht zu sehen, liegt der neue "Seniorenspielplatz" versteckt neben dem Eingangsgebäude. Thomas Hechtle-Wacker, Planer des Gartenamtes, erklärt: "Der Platz hier ist optimal: Er ist leicht erreichbar, ebenerdig und wird ohnehin täglich vom Gartenamt gepflegt." Außerdem sind die einzelnen Geräte so von Hecken und Büschen umgeben, dass niemand beim Training beobachtet werden kann.
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