Drehbeginn von Adorf-Film gefährdet: Einbruch bei Produktionsfirma
zuletzt aktualisiert: 22.08.2003 - 14:02Düsseldorf (dto). Fünf Tage vor Drehbeginn des ARD-Zweiteilers "Blutendes Herz" mit Mario Adorf ist in Kaiserswerth in die Räume der Produktionsfirma eingebrochen worden. Nach Angaben von "Schiwago-Film" wurden aus den Räumen auf dem Diakoniegelände an der Alten Landstraße hochwertige Rechner samt Drehplänen sowie Kameras entwendet.
"Das ist ein Drama", sagte Herstellungsleiter Michal Pokorny. Damit meinte er aber nicht den Verlust des materiellen Wertes - die sieben Laptops und zwei Digitalkameras haben etwa 50.000 Euro gekostet. Als viel dramatischer empfinden die Filmleute das Fehlen von Disketten und CD's, auf denen die gesamte Organisation und Abläufe der Drehtage gespeichert ist. "Wenn das nicht wieder auftaucht, haben wir hier sechs Wochen lang umsonst gearbeitet", so Gunnar Vucken. Der Filme-Macher appellierte an die Einbrecher, doch wenigstens diese Gegenstände anonym wieder zurückzugeben.
Am kommenden Mittwoch sollte erster Drehtag sein, sollte der Tross um Schauspieler wie Mario Adorf und Heinz Hoenig erstmalig vor der Kamera stehen. Der Zeitplan ist nun stark gefährdet, sagte Schiwago-Produktionsleiter Gunnar Juncken. Adorf & Co. wissen davon noch nichts. "Die Schauspieler sollen nicht mit solchen Dingen belastet werden. Sollte es tatsächlich zu einer Verschiebung der Drehtage kommen, können wir sie noch immer informieren." Von insgesamt 50 Drehtagen sind 27 in Düsseldorf vorgesehen. Die zweite Hälfte des Liebesfilms aus den 60ern findet in Sizilien statt, wohin der ganze Tross im Herbst umziehen will.
Ermittler Volker Groß macht den Filmleuten Hoffnung. "Wir verfolgen in der Kaiserswerther Szene eine Spur. Die ist nicht nur heiß, die brennt sogar." In den vergangenen Wochen hatte es im Norden Düsseldorfs eine ganze Reihe von Einbrüchen gegeben. Groß: "Wir haben nach einigen heißen Tipps gestohlene Gegenstände wieder gefunden und glauben zu wissen, wer dahinter steckt."
Tragisch ist die Tatsache, dass die Polizei die Filmleute am Tag vor dem Einbruch auf die Diebstahlserie rund um die Diakonie hingewiesen hatte. Die Künstler hatten aber keine besonderen Schritte unternommen, um das dreistöckige Gebäude zu sichern. "Das ist fast fahrlässig", sagte Polizeipressesprecher André Hartwig. "Die Fenster aus der Jahrhundertwende lassen sich ebenso leicht öffnen, wie die Türen. Die kann jeder Neunjähriger aufdrücken."
Die Einbrecher hatten in der Nacht zu Freitag zunächst mit einem Laster davonfahren wollen, nach einem Unfall packten sie die Beute in ein Fahrzeug der Produktionsfirma. Weit kamen sie nicht. An einem Baum auf der Alten Landstraße endete die Flucht.
Von FALK JANNING
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