Anton-Betz-Straße eingeweiht: Eine Straße für den Gründer der Rheinischen Post
VON MALTE WERNER - zuletzt aktualisiert: 24.08.2005 - 16:05Düsseldorf (dto). In Bilk ist am Mittwoch eine Straße nach Dr. Anton Betz benannt worden, dem Gründungsverleger der Rheinischen Post. Oberbürgermeister Joachim Erwin enthüllte gemeinsam mit den Urenkeln von Anton Betz das Straßenschild. Die versammelte Familie freute sich über die Ehrung und schwelgte in Erinnerungen.
Die Anton-Betz-Straße führt von der Feuerbachstraße in ein Neubaugebiet. „Es ist keine ganz große Straße, aber sie liegt an einem besonderen Ort“, sagte OB Erwin. Hier waren am 16. April 1945 kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs fünf Widerstandskämpfer von Nationalsozialisten hingerichtet worden. Ein Gedenkstein erinnert heute an diesen Tag. „Das ist ein guter Platz für diese neue Straße. Sie ist ein Zeichen für Mut und Zivilcourage. Genau das zeichnete auch Anton Betz aus“, erklärte der OB.
Die Idee, eine Straße nach dem bedeutenden Verleger zu benennen, kam aus der eigenen Familie. Enkelsohn Thomas Merz brachte den Stein ins Rollen. „Nachdem ich in München die Zirkus-Krone-Straße gesehen habe, war ich der Meinung, so etwas müsste es für meinen Großvater eigentlich auch geben“, erklärt Merz. „Jetzt sind wir natürlich stolz“, fügt Caroline Merz hinzu.
Beinahe die ganze Familie ist an diesem für sie so besonderen Tag nach Düsseldorf gekommen. Die beiden Urenkel von Anton Betz, Romeo (7) und Anastasia (5), haben extra ein kleines Gedicht auswendig gelernt. Ihnen wird auch die Ehre zu Teil, das Straßenschild gemeinsam mit OB Erwin unter dem Applaus der geladenen Gäste zu enthüllen. „Das alles wäre ganz sicher in seinem Sinne“, vermutet Marlies Taubenkropp, eine der drei Töchter von Anton Betz. „Nicht nur weil es ein Ort des Widerstandes ist, sondern auch, weil hier ein Wohngebiet für Familien und Kinder entsteht.“ Sie wird ihren Enkeln einmal eine Eigentumswohnung in dieser Straße kaufen, sagt sie schmunzelnd. „Das sind wir unserem Vater schuldig.“
Der am 23. Februar 1893 im Saarland geborene Anton Betz litt im Dritten Reich als regimekritischer Verleger unter Repression und Verfolgung durch die Nazis. Auch deshalb bemühte er sich nach dem Krieg um den Neuaufbau einer freien, unabhängigen Presse in Deutschland. 1946 erhielt er mit Karl Arnold, Erich Wenderoth und Friedrich Vogel von den Alliierten die Lizenz für die Rheinische Post. Für seine Arbeit als Verleger, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Presseagentur dpa, sowie seiner Tätigkeit als Vizepräsident vom Internationalen Zeitungsverlegerverband erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Anton Betz starb am 11. Dezember 1984 im Alter von 91 Jahren.
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