Holiday on Ice: Eis-Revue mit "Ein" und "Stein"
VON JAN SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 29.01.2009 - 08:05Düsseldorf (RPO). "Energia", das aktuelle Programm von "Holiday on Ice", feierte gestern Premiere in der Philipshalle. Noch bis Sonntag werden 44 Läufer in einer actionreichen Darbietung mit viel Licht und Farbe bis zu zweimal täglich über das Eis flitzen. Stargast DJ Ötzi brachte der Show zum 65. Geburtstag ein Ständchen dar.
Sie. spielen mit leuchtenden Bällen. Mal fragend, mal staunend, mal zerstreut. Sind sie Clowns, Wissenschaftler, Philosophen – oder alles in einem? Die Frage muss hintan gestellt werden, denn nun erfordert eine Explosion von Licht und Farben die volle Aufmerksamkeit der Zuschauer – der erste Auftritt der Solisten. Und schon erscheinen aus einem Lichtermeer weitere Läufer auf der Eisfläche: "Holiday on Ice" macht Station in Düsseldorf. Einschließlich der Premiere gestern Abend geht das Spektakel bis Sonntag sechs Mal über das eisige Parkett in der Philipshalle.
"Mich haben von Anfang an die Kostüme und die Atmosphäre fasziniert", sagt Gisela Kölling. Die 60-jährige Meerbuscherin hat seit 1959 in der Dortmunder Westfalenhalle jede Premiere von "Holiday on Ice" gesehen. Seit ebenfalls bereits 20 Jahren wird die deutsche Eislauf-Jugendmeisterin von 1958 von Ingrid Bäcker begleitet. "Das macht zusammen 70 Jahre, das ist länger, als es die Show gibt", sagen die beiden Freundinnen – denn die Show feiert dieses Jahr "erst" ihren 65. Geburtstag.
Stargast der gut besuchten Premiere war Gerry Friedle, besser bekannt als DJ Ötzi. Der Schlagerbarde ("Anton aus Tirol", "Ein Stern"), Pate der Deutschland-Tournee von "Holiday on Ice", gratulierte der Show mit zwei Songs zum Geburtstag. "Es ist ein erfolgreiches Familien-Event, und ich durfte in den letzten Jahren Erfolg haben mit meiner Musik für die ganze Familie – das passt", sagt Friedle. Er selbst sei "kein begnadeter Eisläufer", bringe es aber derzeit seiner Tochter bei: "Sie hat mich in Hamburg begleitet und war hin und weg."
"Energia" lautet der Titel des aktuellen Programms, das im November in der Hansestadt Weltpremiere feierte. Thematisch geht es um die Verbindung von Licht und Energie. 44 Läufer mit 350 Kostümen eilen in einer Mischung aus Theater, Tanz, Oper, Pop, Magie, Musical und Akrobatik über das Eis, dazu prasseln Videobilder und Sound-Effekte auf das Publikum ein.
Besonders spektakulär ist die ringförmige, teflonbeschichtete Schwebebühne, die nicht nur höhenverstellbar ist, sondern auch atemberaubende Neigungswinkel erlaubt. Und immer wieder mischen sich "Ein" und "Stein", die schrägen Protagonisten der Show, die auch gerne mit den Zuschauern interagieren, in die Choreografie und die grazilen Pirouetten auf dem Eis ein.
A propos Eis: 72 Stunden dauerte es, die Philipshalle zu einem Eisstadion von 20 mal 40 Metern umzurüsten. Zunächst wurde der Hallenboden mit Styropor und Plastikfolie ausgekleidet, darauf legte der "Eismeister" 200 Alu-Platten, zwischen denen ein Röhrensystem verläuft.
Durch die Kühlflüssigkeit darin gefrieren die in mehreren Schichten aufgetragenen 30 000 Liter Wasser, die insgesamt fünf Zentimeter dick sind. Mit einem Eistraktor schleift der Eismeister die Fläche regelmäßig – bis Sonntag. Dann wird das Eis entsorgt, die Kühlflüssigkeit in Container zurückgepumpt. Doch bis dahin werden sie sich noch einige Male fragend, staunend und zerstreut geben, die beiden Clowns. Oder Wissenschaftler? Oder doch Philosophen?
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