Streit um Slogan: Elbers gegen Marken-Krampf
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 05.11.2008 - 08:08Düsseldorf (RPO). Der Vortrag von Marketing-Experten zur Stadt-Vermarktung vor der CDU-Fraktion fand interessierte Zuhörer. Aber die Skepsis bleibt, dass die Stadt einen neuen Slogan braucht. Umfrage: Düsseldorf hat wohl ein Image-Problem.
In. der Politik herrscht nach wie vor Skepsis, ob man demnächst eine Kampagne in Auftrag geben soll, die die „Marke Düsseldorf“ stärker profiliert und der Stadt sogar einen eigenen Slogan beschert.
Zwei Marketing-Experten der Agentur Grey, Frank Dopheide und Frank Schrader, haben jetzt vor der CDU-Fraktion dargelegt, warum sie das anders sehen und nach ihrer Ansicht dringend am Profil der Stadt gefeilt werden muss.
Sie meinen, dass die Stadt zwar in einer ganzen Reihe von Punkten – Mode, Wirtschaftskraft, Kultur, Lebensqualität – führend ist, aber nicht mit einem bestimmten Thema über andere hinaus ragt. Sie meinen außerdem, dass Düsseldorf seine Lage am weltweit berühmten Fluss Rhein nicht ausreichend kommuniziere.
Das sieht OB Dirk Elbers völlig anders. Nach seinen Erfahrungen von zahlreichen Reisen sei es durchaus bekannt, dass Düsseldorf an diesem Fluss liege. Elbers hält daher viel vom Begriff „Rhein-City“, den er offenbar als eine Art „Zweitnamen“ Düsseldorfs sieht. Der Begriff gefällt übrigens auch den Werbe-Fachleuten – sie schätzen seinen Bekanntheitsgrad als Werbewert auf 500 Mio Euro.
Elbers sieht die Diskussion um eine veränderte Marke und einen Slogan mit Zurückhaltung. Er sei grundsätzlich für alles, was der Marke Düsseldorf gut tue, sagte er gestern. Aber er halte nichts von einer „krampfhaften Suche nach einer neu gestalteten Marke“. Den in Wirtschaftskreisen international genutzten Spruch „Business meets Lifestyle“ (Wirtschaft trifft Lebensgefühl), den die Grey-Fachleute als altmodisch ablehnen, findet der OB sehr treffend.
Elbers: „Genau das ist es doch – hier kam man gute Geschäfte machen und dabei gut und gerne leben.“ CDU-Fraktions-Chef Friedrich Conzen fand den Vortrag der Fachleute „sehr interessant“. Für ihn ist klar, dass die Stadt an einem einheitlichen Außenauftritt arbeiten müsse. Zu unterschiedlich präsentierten sich die verschiedenen Einrichtungen und Organisationen der Stadt, einheitliche Optik mit einem klaren Wiedererkennungswert sei wünschenswert, meint Conzen.
Die Kö ist das wichtigste Wahrzeichen
Für ihren Vortrag hatte die Werbeagentur Grey eine spontane Straßenumfrage veranstaltet. Obwohl, wie man in der Agentur betont, nur knapp 120 Leute befragt wurden, also kein repräsentatives Ergebnis vorliegt, hält man die Ergebnisse der Umfrage für beachtenswert.
Demnach ist die Königsallee Düsseldorfs herausragendes Wahrzeichen. Eine deutliche Mehrheit nennt sie spontan, wenn sie gefragt wird, woran man bei Düsseldorf denke. Auf jeden Fall hat Düsseldorf laut dieser Umfrage ein Imageproblem: Es wurden (siehe Grafik) genau so viele positive wie negative Eigenschaften der Stadt genannt.
Im Vergleich zu anderen Großstädten liegt Düsseldorf bei diesem Punkt, gemeinsam mit München, am schlechtesten. Großstädte wie Berlin, Hamburg oder Frankfurt hatten bei dieser Beurteilung bedeutend besser abgeschnitten.
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