Oberbürgermeister-Wahl: Elbers in RP-Umfrage weiter vorn
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 22.08.2008 - 15:59Düsseldorf (RPO). Eine Woche vor der Oberbürgermeister-Wahl am 31. August scheint sich der Vorsprung des CDU-Kandidaten Dirk Elbers zu festigen: Im direkten Vergleich mit Karin Kortmann, der gemeinsamen Kandidatin von SPD und Grünen, hat der 48-jährige Betriebswirt 13 Prozentpunkte Vorsprung. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Emnid-Instituts im Auftrag der Rheinischen Post in Kooperation mit center.tv und Antenne Düsseldorf.
Am besten schneidet Elbers demnach bei den Wahlberechtigten ab, die 65 Jahre oder älter sind (48%) und bei den Frauen (44%). Kortmann kann vor allem bei jungen Wählern punkten: In der Gruppe der 16- bis 24-Jährigen liegt sie mit 40 Prozent sogar vor Elbers (36 %). Stark ist sie auch bei den Wählern mit hohem Bildungsabschluss: 36 Prozent der Befragten mit Abitur und/oder Hochschulabschluss würden der 49-jährigen Bundestagsabgeordneten ihre Stimme geben, Elbers liegt jedoch mit 41 Prozent auch in dieser Gruppe vorn.
Dafür ist Kortmann bekannter als der Bürgermeister und Chef der CDU-Ratsfraktion: 71 Prozent der Befragten kennen die Parlamentarische Staatssekretärin. Elbers liegt vier Prozentpunkte darunter. „Aber bei beiden ist es ein relativ hoher, überdurchschnittlicher Bekanntheitswert“, sagt Emnid-Geschäftsführer Klaus-Dieter Schöppner. Bei vergleichbaren Umfragen liege dieser Wert bei rund 60 Prozent. Ein Rückschluss auf die Wahlbeteiligung lasse sich daraus jedoch nur bedingt ableiten: „Aber der hohe Wert zeigt, dass die Bürger sich intensiv mit der Wahl beschäftigen.“
Beide Kandidaten konnten ihre Bekanntheit deutlich steigern. Bei einer Emnid-Umfrage Anfang Juni war Kortmann noch 54 Prozent der Befragten unbekannt, Elbers kannten 53 Prozent nicht. „Der Bekanntheitswert hat sich massiv erhöht“, sagt Schöppner. „Wenn man durch Düsseldorf geht, ist der Wahlkampf nicht zu übersehen. Die Plakate wirken also.“ Durch die sichtbare Präsenz würden auch sonst politikferne Schichten der Bevölkerung angesprochen.
Bei der Sonntagsfrage haben beide Kandidaten seit Anfang Juni leicht verloren: Damals gaben 44 Prozent der Befragten an, für Elbers zu stimmen, Kortmann kam auf 30 Prozent. Schöppner sieht für beide Seiten Gefahren: Die SPD-Klientel könnte angesichts der Umfragewerte den Kampf als verloren sehen und resignieren, und zu viele CDU-Anhänger könnten aus Siegesgewissheit zu Hause bleiben. „Deshalb ist in der letzten Woche die zentrale Frage: wie kann welche Partei mobilisieren“, so Schöppner.
Beide Kandidaten gaben sich gestern optimistisch: „Ich finde, der Bekanntheitsgrad ist klasse“, sagte Kortmann. Sie gebe nicht allzu viel auf Umfragen und sieht noch „viele Mobilisierungsmöglichkeiten“. Dass sich der schlechte Zustand der Bundes-SPD negativ auf ihren OB-Wahlkampf auswirkt, schließt Kortmann aus. Elbers freut sich über den hohen Zuspruch: „Das zeigt deutlich, dass ich richtig liege.“ Das Wichtigste sei nun, „dass die Bürger am nächsten Sonntag auch wirklich zur Wahl gehen“.
Emnid hatte zwischen dem 15. und 20. August 1000 wahlberechtigte Düsseldorfer befragt.
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